Archäologischer Fundplatz in Mesoamerika in Mitla

Mitla

8.4/10

Mitla ist ein Ort im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca, der für seine präkolumbischen, mesoamerikanischen Bauten berühmt ist.

Präkolumbisches Mitla

Obwohl archäologische Hinweise darauf hindeuten, dass Mitla bereits 500 v. Chr. besiedelt war, datieren die ältesten Gebäude auf etwa 200 n. Chr. Gebäude präkolumbischen Stils bis zur Ankunft der spanischen Conquistadoren 1520 lassen sich finden. Die Stadt wurde seitdem kontinuierlich bewohnt, Teile der modernen Stadt wurden über dem vorspanischen Mitla errichtet, aber einige Gruppen des alten Adelspalastkomplexes blieben erhalten. In seiner Blütezeit hatte Mitla etwa 10.000 Einwohner und erstreckte sich entlang beider Ufer des Río Mitla über mehr als 1 km. Während die Einwohnerzahl der benachbarten Stadt Monte Albán zunahm, nahm die Mitlas ab. Aus einer Wohnstadt wurde eine Stadt mit zunehmend kultischer Bedeutung, der offenbar die ersten, noch erhaltenen Gebäude dienten.

Die frühesten Strukturen in Mitla (aus der späten formativen und der frühen klassischen Periode) sind zapotekisch, Rudimente der postklassischen Zeit, die während der mixtekischen Besiedlung des Ortes errichtet wurden, zeigen häufig einen interessanter Mix zapotekischen und mixtekischen Stils.

Fünf Hauptgebäudekomplexe einschließlich der Grupo de las Columnas (spanisch für „Gruppe der Säulen“), einem früheren Palast an der Ostseite blieben erhalten. Sie bestehen aus drei großen Räumen, die um Grabmäler und einen Hof angeordnet sind. Die Palastwände sind mit unverwechselbaren geometrischen Mosaiken dekoriert, die charakteristisch für die Gebäude in Mitla sind: Stufenmäander, sogenannte Grecas, und Zackenbänder gehören zu diesen typischen Dekorationsmustern.

Jeder Fries ist als Mosaik gearbeitet und besteht aus bis zu 100.000 separaten, exakt gearbeiteten Steinen. An einigen Stellen, an denen aus statischen Gründen anstelle der kleinen Steine große Steinblöcke verwendet wurden, führen diese dasselbe Mosaikmuster als Relief fort. Einer der Räume, der als Salon de las Columnas (spanisch = Salon der Säulen) bekannt ist, beherbergt sechs monolithische Säulen, die einst das Dach trugen. Hier wurden auch zwei Gräber mit kreuzförmigen Grundriss entdeckt. Im Norden steht die Grupo de la Iglesia (spanisch = Kirchengruppe), ein Palast, in dessen Mitte sich die koloniale katholische Kirche befindet. Die präkolumbischen Gebäude, die erhalten blieben, sind der Konstruktion der Grupo de las Columnas ähnlich, jedoch kleiner. Sie weisen noch Spuren von Bemalung auf. Einige hier gefundenen Objekte werden im Museo Frisell de Arte Zapoteco Mitla im Herz der Stadt ausgestellt, das wegen Renovierung 2001 vorübergehend geschlossen war.

Mit dem Beginn der mixtekischen Invasion etwa ab 1000 n. Chr. wurde ein Hügel im Westen Mitlas wurde von einem Steinwall umgeben und mit einer Zitadelle befestigt. Mitlas Bedeutung nahm mit dem Fall Monte Albáns zu: Die südlichen Zapoteken machten aus Mitla ihre Hauptstadt, in der der Hohepriester/Priesterkönig seine Residenz unterhielt. Obwohl Mitla eine zapotekische Stadt blieb, lässt sich der mixtekische Einfluss an importierten mehrfarbigen Gefäßen und Resten zerstörter Fresken im Stil mixtekischer Bilderhandschriften erkennen.

1494 eroberten die Azteken Mitla und plünderten die Stadt. Als die Spanier den Ort übernahmen, sahen sie ihre Anstrengungen zur Missionierung der örtlichen Indígenas konterkariert durch deren ursprünglichen Glauben, der sich in alten Gebäuden, wie denen in Mitla manifestierte. Um das Problem zu bekämpfen, errichteten die Spanier neue Kirchen auf den Fundamenten alter Tempel, deren Baumaterial sie für die neuen Gebäude verwendeten.

Eine Reihe spanischer Autoren der Kolonialära erwähnten die bestens errichteten präkolumbischen Gebäude. Alexander von Humboldt veröffentlichte 1810 eine Beschreibung des Ortes. Einige Ausgrabungen und Reparaturen an den Gebäuden wurden 1901 unter der Leitung von Leopoldo Batres, dem Generalinspektor der Monumente vorgenommen. Die mexikanische Regierung unternahm weitere Ausgrabungen an der Fundstelle in der Mitte der 1930er und in den frühen 1960er Jahren.

Mitla heute

Der heutige Ortsname lautet San Pablo Villa de Mitla. Es liegt ca 45 km südöstlich von Oaxaca de Juárez und hatte 1990 7.000 Einwohner. Die meisten Gebäude aus vorspanischer Zeit liegen am nördlichen Ende des Ortes. Heute ist Mitla ein populäres Touristenziel für Besucher Oaxacas und verfügt über ein kleines Museum und beherbergt einen großen Markt. Die Mehrheit der Bewohner spricht eine Variante des Zapotekisch.

Weblinks

Siehe auch

  • Übersicht der präkolumbischen Ruinen in Mexiko (ohne Maya)
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