Römisch-katholischen Kathedralen in Cologne

Kölner Dom

8.3/10

Der Kölner Dom (offizieller Name Hohe Domkirche St. Peter und Maria) ist eine römisch-katholische Kirche in Köln und die Kathedrale des Erzbistums Köln. Bis zum 31. Dezember 2009 war der Dom zudem Pfarrkirche der Domgemeinde. Seit dem 1. Januar 2010 ist er Filialkirche der katholischen Kirchengemeinde St. Aposteln. Die Kirchenpatrone sind Simon Petrus und Maria, die Mutter Jesu.

Der Dom als Bauwerk

Der Kölner Dom ist mit 157,38 Metern Höhe nach dem Ulmer Münster das zweithöchste Kirchengebäude Europas sowie das dritthöchste der Welt. Die Kathedrale steht rund 250 Meter vom Rhein entfernt an der nördlichen ehemaligen römischen Stadtgrenze in direkter Nachbarschaft von Hauptbahnhof, Hohenzollernbrücke, Museum Ludwig und Römisch-Germanischem Museum und ist auf dem Domhügel rund 17 m über dem Fluss von einer modernen Betonkonstruktion, der Domplatte, umgeben. Das Grundstück hat die Bezeichnung Domkloster 4.

Der Kölner Dom zählt zu den weltweit größten Kathedralen im gotischen Baustil. Viele Kunsthistoriker sehen in ihm eine einmalige Harmonisierung sämtlicher Bauelemente und des Schmuckwerks im Stil der spätmittelalterlich-gotischen Architektur verwirklicht. Wichtig zum Verständnis jedoch ist die Tatsache, dass der Kölner Dom zwar im Mittelalter begonnen wurde (Gotik), jedoch nach jahrhundertelangem Baustopp erst im 19. Jahrhundert vollendet wurde (Neugotik). Die charakteristische Doppelturmfront ist somit weitgehend ein Werk des industrialisierten 19. Jahrhunderts. Die mittelalterliche Gotik hat nur zwei bedeutende Türme dieser durchbrochenen Bauart hervorgebracht: Straßburg und Freiburg. Alle anderen ähnlichen Türme wie beispielsweise in Ulm oder Regensburg sind Werke der Neugotik des 19. Jahrhunderts.

Der Kölner Dom wurde 1996 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die riesige Fläche der Westfassade mitsamt den beiden Türmen von über 7100 m² ist bis heute nirgendwo übertroffen worden. Von 1880 bis 1884 war er das höchste Gebäude der Welt. Er ist zudem die populärste Sehenswürdigkeit Deutschlands: 2001 wurden fünf Millionen, 2004 sechs Millionen Besucher aus aller Welt gezählt. Im Jahr 2005 besuchte Papst Benedikt XVI. anlässlich des Weltjugendtages 2005 den Dom.

Vorgängerbauten

Antike und frühmittelalterliche Architektur

Bei Ausgrabungen unter dem Dom wurden Reste römischer Wohnhäuser des 1. bis 4. Jahrhunderts gefunden. Im späten 4. oder im 5. Jahrhundert entstand unter dem Chor des heutigen Domes ein 30 bis 40 m langer Apsidenbau, vielleicht schon eine erste Kirche. Abgelöst wurde dieses Gebäude noch im 5. oder spätestens im frühen 6. Jahrhundert durch eine ähnlich dimensionierte Architektur, in die in den 530er-Jahren reiche fränkische Fürstengräber eingebracht wurden. Diese Gräber sind ein Indiz für die kirchliche Nutzung von Bau 2. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts entstand eine neue Kirche, die archäologisch durch ihre schlüssellochförmige Kanzel (Ambo) erkennbar ist und die älteren Anlagen überdeckte. Durch ihre Erweiterung in Richtung Westen entwickelte sich diese Kirche etwa bis zur Größe des nachfolgenden Alten Domes und bestand wohl bis etwa um 800.

Aus dem 6. Jahrhundert befinden sich östlich des heutigen Domchores noch die Überreste eines frühchristlichen Baptisteriums (ein von einer Kirche abgetrennter Taufraum). Erhalten ist das achtseitige Taufbecken (Taufpiscina). Das Baptisterium selbst war rechteckig und in einer zweiten Bauphase kreuzförmig. Die letzte Bauphase war wiederum rechteckig und über zwei seitliche Gänge mit der Kirche verbunden. Wahrscheinlich wurde das Baptisterium im 9. Jahrhundert beim Bau des alten Domes abgerissen und durch einen in der Kirche aufgestellten Taufstein ersetzt.

Alter Dom

Hauptartikel: Hildebold-Dom

Der Alte Dom oder Hildebold-Dom war der unmittelbare Vorgängerbau des heutigen Domes. Er wurde am 27. September 873 geweiht. Erzbischof Hildebold war zu dieser Zeit bereits seit langem verstorben. Als Bauherr und als Stifter kommt er vielleicht noch für Teile der dem Alten Dom vorausgehenden letzten Umbauphase des Domes aus der Merowingerzeit in Frage, insbesondere für dessen Westteil mit dem sogenannten St.-Galler-Ringatrium. Vielleicht war er aber auch tatsächlich der Begründer des Alten Domes, der nach den archäologischen Quellen ab 800 entstanden sein könnte.

Der Alte Dom verfügte über ein Langhaus, das an beiden Enden durch Querhäuser begrenzt wurde. Er war Vorbild für viele in seiner Zeit in Europa entstandenen Kirchen und beherbergte so bereits das im 10. Jahrhundert entstandene Gerokreuz, das zweitälteste erhaltene Monumentalkruzifix des Abendlandes. Im Jahre 1248 sollte der Alte Dom nach und nach abgerissen werden, um mit dem Bau des neuen gotischen Domes beginnen zu können. Jedoch brannte bei dem Versuch, nur den Ostchor mit Brandabbruch abzureißen, 1248 beinahe der gesamte Bau ab. Die Westteile wurden provisorisch wiederhergestellt, damit in ihnen Messen gefeiert werden konnten. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau des heutigen Kölner Domes begonnen.

Neuer Dom

Erste Bauperiode

Am 23. Juli 1164 brachte der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln. Sie waren ein Geschenk des Kaisers Friedrich I. an seinen Reichskanzler aus dessen Kriegsbeute. Diese Reliquien führten um 1225 zu dem Plan, einen neuen Dom zu bauen – die alte Kathedrale war dem enormen Pilgeransturm nicht mehr gewachsen und schlichtweg zu klein geworden. Der gotische Bau wurde am 15. August 1248 nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen; Vorbild – vor allem für den Grundriss – war die Kathedrale von Amiens. Allerdings wurde der Kölner Bau fünfschiffig ausgeführt und nicht dreischiffig wie in Amiens. Als Baumaterial wurde vor allem Trachyt vom Drachenfels aus dem Siebengebirge verwendet .

1265 war der Kapellenkranz bis in die Gewölbe fertiggestellt. 1277 weihte Albertus Magnus den Altar der Domsakristei. Nachdem Köln 1288 in Folge der Schlacht bei Worringen de facto freie Reichsstadt wurde, war der Dom zwar noch der nominelle Sitz des Erzbischofs, jedoch betrat dieser seine Kathedrale nur relativ selten. Dies tat dem Baufortschritt jedoch zunächst keinen Abbruch, da Bauherr nicht der Erzbischof, sondern das Domkapitel war.

Zwischen 1304 und 1311 wurden die 17,15 Meter hohen Fenster des Oberchores eingesetzt: 48 Könige sind abwechselnd mit und ohne Bart dargestellt. Vermutlich zeigen die Bärtigen die 24 Ältesten der Apokalypse, die Bartlosen die Könige von Juda, die alttestamentlichen Vorgänger Christi. Die Höhe der Figuren beträgt ungefähr 2,25 Meter. Im Achsenfenster sind die Heiligen Drei Könige dargestellt, wie sie Maria mit dem Kind huldigen. Die Gesamtfläche der Chorfenster beträgt 1350 m². Es ist einer der größten erhaltenen Glasmalerei-Zyklen des Mittelalters. Mittlerweile sind zwar viele Einzelheiten verloren gegangen, aber der ursprüngliche Farbklang blieb erhalten. Ebenfalls um 1310/20 entstand der Fassadenplan in einer Höhe von 4,5 Metern wahrscheinlich von Meister Johannes, der 1322 als verstorben gemeldet wird. Angeblich wurde um 1300 mit dem Bau des Südturms begonnen. Nach der Datierung eines Münzfundes vom 14. April 1994 vier Meter unter dem Südturm ist der Südturm jedoch vielleicht erst gegen 1360 begonnen worden. Die Weihe des Chors erfolgte am 27. September 1322, zugleich wurden die Reliquien der Heiligen Drei Könige dorthin überführt. Auch die im alten Hildebold-Dom beigesetzten Erzbischöfe Gero, Reinald von Dassel, Philipp von Heinsberg, Engelbert I. und Konrad von Hochstaden wurden in den neuen Chor übertragen.

Um 1331 wurde das Fundament für das Langhaus ausgehoben. 1333 besuchte Petrarca den Bau und äußerte sich über dessen Schönheit. Um 1375 entstand der Figurenschmuck des Petersportals. 1388 war der Bau so weit fortgeschritten, dass am 7. Januar 1388 anlässlich der Einweihung der neu gegründeten Kölner Universität eine Messe gelesen werden konnte. Ab 1395 war Andreas von Everdingen Dombaumeister († vor 1412). 1410 erreichte der Südturm das zweite Geschoss; bald darauf wurde am benachbarten Hochgericht in einem hölzernen Glockenstuhl die erste Glocke aufgehängt (die Dreikönigen- oder Blutglocke von 1418). Als Dombaumeister folgte Nikolaus van Bueren (1380–1445), in dessen Zeit 1437 die Glocken in den Südturm eingehängt werden konnten (Turmhöhe damals 59 Meter). 1448/49 wurden die Großglocken Pretiosa (11.500 kg) und Speciosa (5.200 kg) gegossen und im Südturm in einer Höhe von 57 Metern aufgehängt. Die Arbeiten am Südturm wurden danach weitgehend eingestellt.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ließ die Bauintensität stetig nach. Letzter bekannter Dombaumeister war ab 1469 Johann Kuene van Franckenberg, der 1491 letztmals genannt wurde. Um 1500 fand noch die Grundsteinlegung des Nordturms statt. Seit 1510 wurden die Arbeiten am Dom nach und nach eingestellt, die letzte Baunachricht stammt von 1528. Jüngere Forschungen nehmen bereits für die Zeit nach 1530 einen weitgehenden Baustopp an, auch wenn noch Geld für Ausstattung und Reparaturen floss. Als Gründe für die Einstellung werden veränderte ästhetische Vorstellungen, vor allem aber auch durch die Reformation nachlassender Ablasshandel und geringere Pilgerzahlen angenommen, was wiederum zu finanziellen Problemen führte.

Am 5. Januar 1531 wurde Ferdinand I., der Bruder Kaiser Karls V., im Dom zum deutschen König gewählt. 1744 bis 1770 erfolgte zunehmend eine barocke Umgestaltung des benutzten Raumes. Von 1794 an kamen starke Beschädigungen infolge der französischen Besatzung Kölns hinzu. Im November 1796 verfügten die französischen Besatzer die Einstellung der Gottesdienste im Dom. Am 4. Januar 1804 erfolgte die Rückkehr des Dreikönigschreins, den das Domkapitel 1794 vor dem Einmarsch der Franzosen nach Westfalen hatte bringen lassen. Am 20. November 1814 forderte Joseph Görres im „Rheinischen Merkur“ den Weiterbau des Domes.

Über 300 Jahre bestimmte der unfertige Kölner Dom die Silhouette der Stadt. Bis 1868 befand sich auf dem bis dahin unvollendeten Südturm des Kölner Doms ein durch Treträder angetriebener Baukran aus dem 14. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt wohl der ironische Kölner Ausspruch, dass, wenn der Dom einmal fertig sei, die Welt untergehe.

Zweite Bauperiode

1814 wurde eine Hälfte des 4,05 m großen überarbeiteten Fassadenplanes von Georg Moller in Darmstadt wiederentdeckt. Der Plan stammte vom zweiten Nachfolger Gerhards, dem Dombaumeister Arnold. Die andere Hälfte des Planes wurde 1816 von Sulpiz Boisserée in Paris gefunden. Um die Wende zum 19. Jahrhundert lenkten außerdem Romantiker in ihrer Begeisterung für das Mittelalter das öffentliche Interesse erneut auf den unvollendeten Dombau, der zudem als Symbol für die deutsche Einheit in der sich verstärkenden Nationalbewegung Bedeutung erhielt. Neben anderen waren Joseph Görres und Sulpiz Boisserée die treibenden Kräfte für die Vollendung, so dass am 4. September 1842 durch den preußischen-protestantischen König Friedrich Wilhelm IV. und den Koadjutor und späteren Erzbischof Johannes von Geissel der Grundstein für den Weiterbau des Kölner Doms gelegt werden konnte. Der Stein wurde auf den noch unvollendeten Südturm hochgezogen und dort eingemauert. Friedrich Wilhelm IV: „Hier, wo der Grundstein liegt, dort mit jenen Türmen zugleich, sollen sich die schönsten Tore der ganzen Welt erheben“. Auch finanziell beteiligte sich der Staat Preußen. Kurz vor der Grundsteinlegung hatte sich der Zentral-Dombau-Verein zu Köln gegründet, zu dessen wichtigsten Aufgaben das Sammeln von Geld für das Bauvorhaben zählte. Am 19. Oktober 1820 wurde ein Einbruch in den Kölner Dom bekannt, bei dem wertvolle Teile des Dreikönigsschreins herausgebrochen und entwendet wurden.

1823 wurde die Dombauhütte wieder eingerichtet und erste Restaurationsarbeiten begonnen. Der erste Dombaumeister dieser Bauphase wurde im Jahr 1833 Ernst Friedrich Zwirner (bis 1861); er entwarf die Pläne zur Vollendung des Domes, darunter auch die für die 1855 vollendete Fassade der Südseite, die in Zusammenarbeit mit Karl Friedrich Schinkel, Sulpiz Boisserée und Kg. Friedrich Wilhelm IV. von Preußen entstanden. 1848 wurden provisorische Holzdecken im Langhaus und Querhaus eingesetzt, 1863 war das Innere des Doms vollendet. Die Trennwand zwischen Chor und Langhaus fiel nach 560 Jahren. Ab 1863 wurde an der Westfassade weitergebaut.

1880 wurde der Dom nach über 600 Jahren vollendet, getreu den Plänen der Kölner Dombaumeister des Mittelalters und dem erhaltenen Fassadenplan aus der Zeit um 1280. Allerdings wurden die Fassaden des Querhauses eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts, da von ihnen keine mittelalterlichen Pläne vorlagen. Beim Bau wurden durch die Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner und Karl Eduard Richard Voigtel die modernsten Techniken eingesetzt, insbesondere für den Dachbau – eine neuzeitliche Eisenkonstruktion – und die Türme. Die verbaute Steinmasse beträgt ungefähr 300.000 t. Das mit 157,38 m vier Jahre lang höchste Gebäude der Welt wurde Ende 1884 mit 169,3 m vom Washington Monument übertroffen.

Das Ende des Dombaus wurde am 15. Oktober 1880 mit einem Fest gefeiert, das Wilhelm I. als Mittel zur öffentlichen Repräsentation und als identitätsstiftendes Element des neun Jahre zuvor gegründeten Reiches nutzte. Damals waren die Spitzen des Domes allerdings noch eingerüstet, was auf den zahlreichen Postkarten geflissentlich retuschiert wurde. Einen Tag später, am 16. Oktober 1880 fand ein legendärer historischer Umzug statt, der in zahlreichen Stichen überliefert ist. Allerdings fand das Fest in der Zeit des Kulturkampfs statt. Der amtierende Kölner Erzbischof Paulus Melchers befand sich in Verbannung, und viele Mitglieder der Kölner Bürgerschaft blieben dem Empfang des protestantischen Kaisers fern. Der Abbau des Gerüstes begann im Frühjahr 1881 und dauerte bis 1883 (andere Angaben: 1882). Die damalige Farbe des Steines wird als hellbeige beschrieben.

Erhaltung

1904 begann der Kampf gegen den Verfall des Sandsteins. Von 1904 bis 1939 erneuerte die Dombauhütte das gesamte Strebewerk am Chor des Domes. Aus der ersten Phase 1248–1322 stammt noch die (fast) gesamte innere Schale des Chores, auch die Fenstermaßwerke des Hochchores.

Größere Schäden erlitt der Dom während des Zweiten Weltkrieges unter anderem durch 70 Bombentreffer. Von Brandbomben ausgelöste Brände wurden von Mitarbeitern, die in und auf dem Dom postiert waren, sofort gelöscht. Durch die Bombentreffer stürzten, unter anderem im Langhaus, einige Deckengewölbe ein, das Dach jedoch blieb dank des eisernen Dachstuhls bestehen. Die sogenannte Kölner Domplombe schützte jahrzehntelang den Nordturm vor dem Zusammenbruch. 1946 begannen die archäologischen Ausgrabungen durch Otto Doppelfeld, die bis 1997 andauerten. 1948 wurde der 700. Jahrestag der Grundsteinlegung in einem stark beschädigten Dom gefeiert. Ab 1956 erfüllte er seine Funktion für die Menschen wieder.

Heutzutage sorgen vor allem Umwelteinflüsse für die Beschädigung des Doms. Saurer Regen zerfrisst den Stein und Abgase färben ihn dunkel. Deswegen kämpfen die Dombaumeister schon seit Jahrzehnten gegen den stetigen Zerfall.

Weltkulturerbe

Der Kölner Dom wurde 1996 von der UNESCO als eines der europäischen Meisterwerke gotischer Architektur eingestuft und zum Weltkulturerbe erklärt. Am 5. Juli 2004 wurde er wegen der „Gefährdung der visuellen Integrität des Doms und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette durch die Hochhausplanungen auf der dem Dom gegenüberliegenden Rheinseite“ vom UNESCO-Welterbekomitee auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Bei Verhandlungen am 13. Juli 2005 auf der UNESCO-Konferenz im südafrikanischen Durban wurde die endgültige Entscheidung um ein Jahr vertagt. Den deutschen Behörden sollte die Möglichkeit gegeben werden, bis Ende 2005 Informationen über geplante Baumaßnahmen in Köln-Deutz einzureichen. Für die folgenden Jahre waren dort noch mehrere Neubauten geplant.

Im Juli 2006 entschied das Welterbekomitee auf seiner 30. Tagung im litauischen Vilnius, den Kölner Dom aus der Liste des gefährdeten Welterbes zu streichen. Damit wurde den geänderten Bauplänen für das rechtsrheinische Ufer Rechnung getragen; außer dem bereits fertiggestellten „KölnTriangle“ sollen dort keine weiteren Hochhäuser mehr entstehen.

Portale

Westportal

Das rechts liegende Petersportal von 1370/80 ist das einzige original mittelalterliche Portal des Kölner Doms, allerdings nicht in allen derzeit gezeigten Figuren. Auf der linken Seite sind nur die drei ersten türseitigen Figuren mittelalterlich, auf der rechten nur die ersten zwei. Der Unterschied zu den Figuren des 19. Jahrhunderts ist auch deutlich an der Farbe und der Bearbeitungsqualität zu erkennen. Die fünf originalen mittelalterlichen Figuren zeigen deutlichen Einfluss der Parler-Familie, mit der der in Köln tätige Baumeister Michael verwandt war.

Das linke Drei-Königs-Portal stammt von Peter Fuchs aus der Zeit 1872–80.

In der Mitte liegt das Hauptportal des Doms. Es hat als einziges keinen eigenen Namen.

Südportal

Links: Ursulaportal; Mitte: Passionsportal; Rechts: Gereonsportal. Die Skulpturen wurden von Ludwig Schwanthaler 1847 entworfen. Die Ausführung erfolgte durch Christian Mohr von 1851 bis 1869. Sie stellen einen Höhepunkt romantisch-nazarenischer Bildhauerkunst religiösen Inhalts in Deutschland dar. Die gesamte Südfassade ist eines der bedeutendsten und künstlerisch vollkommensten Werke der Neugotik. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1948 die Türen durch Ewald Mataré erneuert; geholfen wurde ihm dabei von seinem damaligen Schüler Joseph Beuys.

Nordportal

Links: Bonifatiusportal; Mitte: Michaelsportal; Rechts: Maternusportal

Das Gesamtprogramm der nördlichen Querhausfassade des Doms befasst sich inhaltlich-thematisch mit der Gründungsgeschichte der Kirche. Es beginnt mit der Übergabe des Hirtenamtes an Petrus. Im Maternusportal speziell wird die Entstehung der Kölner Kirchenprovinz dargestellt. Maternus gilt als erster Schüler Petri und ist als erster Bischof Kölns bekannt. Er übertrug das „apostolische Lehramt auf den Kölner Stuhl“. Die sich darum herum gruppierenden Heiligen fungieren dabei als Zeugen für dieses Ereignis.

Innenraum

Hauptschiff

Das Hauptschiff des Kölner Domes ist mit 144,00 Metern das längste Kirchenschiff Deutschlands und eines der längsten der Welt. Mit einer Gewölbehöhe von 43,35 Metern hat der Kölner Dom nach der Kathedrale von Beauvais (48,50 Meter), dem Mailänder Dom mit 46,80 Metern und dem Sonderfall La Seu in Palma de Mallorca mit 43,74 Metern das vierthöchste Gewölbe der Welt.

Chorkapellen

von links nach rechts (von Norden nach Süden):

  • Kreuzkapelle mit dem Gerokreuz (um 970); in der dahinter liegenden Sakramentskapelle die „Mailänder Madonna“ (nach 1260, vor 1290)
  • Engelbertuskapelle mit dem Georgsaltar
  • Maternuskapelle mit der Dreikönigentafel (16. Jahrhundert)
  • Johanneskapelle mit dem Kreuzigungsaltar, dem Allerheiligenfenster, dem Jakobus- und dem Marienfenster, um 1320
  • Achskapelle / Dreikönigenkapelle mit dem „Fenster der heiligen Übereinstimung“ des Alten und Neuen Bundes, um 1260
  • Agneskapelle (früher Irmgardiskapelle) mit ihrem Sarkophag um 1100, Fenster um 1320
  • Michaelkapelle mit dem Thomas- und dem Johannesfenster, um 1320
  • Stephanuskapelle mit dem „Fenster der heiligen Übereinstimmung“ des Alten und Neuen Bundes, um 1290
  • Marienkapelle mit Kölner Dombild

Fenster

Besonders beeindruckend sind die Fenster in Glasmal-Techniken, die im Kölner Dom verbaut wurden. Hervorzuheben sind an dieser Stelle die sogenannten Bayernfenster im südlichen Seitenschiff. Für großes Aufsehen sorgte auch das neue Südquerhausfenster von Gerhard Richter, das am 25. August 2007 eingeweiht wurde und das farblose Fenster, das nach dem Zweiten Weltkrieg als Ersatz für das alte zerstörte Fenster herhalten musste, ersetzte. Es besteht aus 11.263 gleichgroßen pixelartigen Farbquadraten.

Ausstattung

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Der Kölner Dom ist das zentrale Gotteshaus des Erzbistums Köln und verfügt daher über eine überaus reiche künstlerische Ausstattung.

Chorgestühl

Das spätmittelalterliche Chorgestühl aus den Jahren 1308–11 ist mit 104 Sitzplätzen das größte in Deutschland und weist als Besonderheit jeweils einen reservierten Platz für den Papst und den Kaiser auf. In dem kunstvoll vergoldeten bedeutendsten Schrein des Abendlandes, dem Dreikönigenschrein, ruhen Gebeine, die als Reliquien der Heiligen Drei Könige angegeben werden.

Chorschrankenmalerei

Die 21 erzählenden Darstellungen wurden 1332–1340 geschaffen. Auf der Südseite ist in sieben Bildern die Geschichte der hl. drei Könige dargestellt. Die Bilder dokumentieren den Stolz der Besitzer über die Reliquien, die über Konstantinopel und Mailand endlich – als dritte Station – nach Köln gelangten.

Hochaltar

Der Hochaltar wurde am 27. September 1322 geweiht. Mit einer einzigen Altarplatte aus schwarzem Marmor ist er eine der größten Mensen der Christenheit. Er misst 452 × 212 cm bei einer Gesamtfläche von 9,58 m². Die Seitenwände sind mit weißen Marmorarkaden verkleidet. Die Vorderseite ist noch original und zeigt im Zentrum die Marienkrönung mit je sechs Aposteln auf jeder Seite in den Arkaden.

Clarenaltar

Der heute im Kölner Dom aufgestellte Klarenaltar ist ein zwischen 1350 und 1360 entstandener Flügelaltar. Er befand sich ursprünglich in der Kölner Franziskanerinnenkirche St. Clara. Nach der Niederlegung der Kirche im Jahr 1804 gelangte er in den Dom, in dem er seinen Platz an dessen Nordseite vor dem beginnenden Querhaus fand. Der in offenem Zustand etwa sechs Meter breite Altar ist in der Regel verschlossen und wird zum Festtag der heiligen Klara geöffnet.

14 Pfeilerskulpturen im Chorbereich

Die 2,15 Meter hohen Skulpturen stellen Maria, Christus und die zwölf Apostel dar. Sie wurden 1270/80 in der Werkstatt des damaligen Dombaumeisters Arnold hergestellt. Insgesamt sind 39 verschiedene Muster der Gewänder zu sehen. Die Figuren zeigen in Habitus und Gestik eine deutliche Tendenz zur Überfeinerung.

Pfeilerfiguren im Langhaus

Die Skulpturen im Langhaus stammen aus der Zeit um 1322 und zeigen ebenfalls die zwölf Apostel, Jesus und Maria, die im Gespräch einander zugekehrt sind. Diese ehemals bemalten Tuffsteinfiguren stammen auch aus der Dombauhütte.

Statue des Christophorus

Meister Tilman van der Burch, um 1470

Agilolphusaltar

Antwerpen 1521 (Szenen aus dem Leben und der Passion Christi)

Mosaikfußboden

Die Mosaikboden des Chores hat eine Gesamtfläche von etwa 1300 m². Er wurde von 1885 bis 1892 von August Esserwein aus Nürnberg entworfen. Die Ausführung besorgte die Firma Villeroy & Boch in Mettlach.

Glocken

Hauptartikel: Kölner Domglocken

Seit 1924 beherbergt der Kölner Dom mit der St. Petersglocke, die von den Kölnern liebevoll als „D'r decke Pitter“ oder einfach als „Dicker Pitter“ bezeichnet wird, die mit rund 24.000 kg größte freischwingende Kirchenglocke der Welt. Das Hauptgeläut befindet sich im Südturm und umfasst zusammen mit der St. Petersglocke acht Glocken, darunter die beiden mittelalterlichen Glocken Pretiosa und Speciosa. Im Dachreiter über der Vierung hängen drei weitere, kleinere Glocken. Die Schlagtonfolge des Hauptgeläutes lautet c0–g0–a0–h0–c1–d1–e1–g1, die Dachreiterglocken haben die Schlagtöne gis1, h1 und e2.

Domschatzkammer

In der Nacht zum 2. November 1975 fand ein Einbruch in den Dom statt, bei dem drei Einbrecher mit Strickleitern und Bergsteigerausrüstung durch einen Lüftungsschacht in die alte – für die damalige Zeit als optimal gesichert geltende – Domschatzkammer im nördlichen Querhaus eindrangen und wertvolle Monstranzen und Kreuze entwendeten. Die Täter konnten mit Hilfe der Kölner Unterwelt gefasst und zu höheren Freiheitsstrafen verurteilt werden. Einen Teil ihrer Beute, wie etwa die goldene Monstranz von 1657, hatten sie eingeschmolzen.

Seit dem 21. Oktober 2000 werden die Schätze des Kölner Doms in den ausgebauten historischen Kellergewölben des 13. Jahrhunderts an der Nordseite des Domes neu präsentiert.

Die Domschatzkammer Köln, deren umstrittener Eingangsbereich ein von dunklen Bronzeplatten umhüllter Kubus ist, beherbergt sechs Räume auf drei Etagen. Auf einer Ausstellungsfläche von etwa 500 Quadratmetern sind kostbare Reliquiare, liturgische Geräte und Gewänder sowie Insignien der Erzbischöfe und Domgeistlichen vom 4. bis zum 20. Jahrhundert, mittelalterliche Skulpturen und fränkische Grabfunde zu sehen.

Orgeln

Der Kölner Dom verfügt über zwei Orgeln, die auch von einem gemeinsamen Spieltisch aus angespielt werden können. Beide Orgeln wurden von der Orgelmanufaktur Klais aus Bonn errichtet.

Querhausorgel (Klais 1948/1956)

Nach dem Krieg wurde zunächst eine Orgel (Chororgel) in der nordöstlichen Ecke der Vierung gebaut. Sie befindet sich auf einer Betonempore in verhältnismäßig geringer Höhe im östlichen Seitenschiff des Nordquerhauses. Dieser für gotische Kathedralen unübliche Standort der 1948 eingeweihten Orgel ist zum einen damit zu erklären, dass das Langhaus des Domes bis 1956 wegen Wiederaufbauarbeiten abgesperrt war. Zum anderen war die vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gültige Liturgie stärker als heute auf Chor und Hochaltar ausgerichtet. Nach 1956 wurde die Orgel erweitert. Diese elektropneumatisch gesteuerte Orgel ist mit 88 Registern bis heute die größte Kölns.

I Positiv C–
Gedacktpommer 16′
Metallflöte 8′
Rohrflöte 8′
Salicet 8′
Principal 4′
Spitzflöte 4′
Nasard 22/3′
Waldflöte 2′
Terz 13/5′
Sifflöte 11/3′
Mixtur IV–V 11/3′
Dulcian 16′
Trompete 8′
Tremulant
I Rückpositiv C–
Portunalflöte 8′
Lieblich Gedackt 8
Blockflöte 4′
Superoctave 2′
Sesquialtera II 22/3′
Scharff IV–VI 1/2′
Krummhorn 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–
Principal 16′
Bordun 16′
Principal 8′
Octave 8′
Offenflöte 8′
Gedackt 8′
Gemshorn 8′
Rohrquinte 51/3′
Octave 4′
Rohrflöte 4′
Terz 31/5′
Septime 22/7′
Superoctave 2′
Weitflöte 2′
Großmixtur IV 4′
Rauschpfeife III 22/3′
Mixtur VI–VIII 2′
Trompete 16′
Trompete 8′
Kopftrompete 4′
III Schwellwerk C–
Großgedackt 16′
Principal 8′
Holzflöte 8′
Gamba 8′
Vox coelestis I–II 8′
Octave 4′
Querflöte 4′
Nasard 22/3′
Schwegel 2′
Terz 13/5′
Nachthorn 1′
Mixtur IV 22/3′
Fagott 16′
Trompete 8′
Oboe 8′
Vox humana 8′
Trompete 4′
Tremulant
IV Solowerk C–
Metallflöte (Pos) 8′
Rohrflöte (Pos) 8′
Quintade 8′
Principal (Pos) 4′
Koppelflöte (Pos) 4′
Nasard (Pos) 22/3′
Waldflöte 2′
Sifflöte (Pos) 11/3′
Septime 11/7′
None 8/9′
Nonenkornett IV 13/5′
Mixtur IV–V (Pos) 11/3′
Aliquot II–III 1′
Terzcymbel III–IV 1/3′
Dulcian (Pos) 16′
Trompete (Pos) 8′
Röhrenglocken
Cymbelstern
Tremulant
IV Hochdruckwerk C–
Konzertflöte 8′
Stentorgambe 8′
Tuba magna 16′
Tuba major 8′
Tuba mirabilis 8′
Tuba episcopalis 8′
Tuba capitularis 8′
Pedal C–
Vox Balaena 64′ (211/3′)
aus Principal 32′
Principalbass 32′
Untersatz 32′
Principalbass 16′
Contrabass 16′
Subbass 16′
Violonbass 16´
Octavbass 8′
Flötenbass 8′
Gedacktbass 8′
Choralbass 4′
Bassflöte 4′
Principal 2′
Hintersatz VI 22/3′
Mixtur IV 11/3′
Contraposaune 32′
Posaune 16′
Fagott (SW) 16′
Basstrompete 8′
Clarine 4′
  • Koppeln:
  • Spielhilfen:

Langhausorgel (Klais 1998)

1998 wurde eine neue Schwalbennestorgel (Langhausorgel) geweiht, die die unbefriedigende Klangsituation besonders des liturgischen Orgelspieles seit der Nachkriegszeit behob. Sie wurde unmittelbar vor die nördliche Mittelschiffswand an vier im Dachstuhlbereich befestigte Stahlstangen gehängt. In akustischer Hinsicht ist dies in einem gotischen Kirchenraum ein günstiger Standort, doch unterbricht die Orgel das von den Neugotikern des 19. Jahrhunderts gewünschte Raumkontinuum von Langhausmittelschiff, Vierung und Hochchor. Die Orgel besteht aus vier Werken (Rückpositiv, Hauptwerk, Schwellwerk sowie Pedal) und besitzt 3963 Pfeifen, die auf 53 Register verteilt sind.

Zusätzlich existiert ein Nebenregister: Im Untergeschoss des Rückpositivs ist das Register Loss jonn eingebaut: Bei der Aktivierung öffnet sich eine Klappe am Schwalbennest, es erscheint eine Figur des früheren Dompropstes Bernard Henrichs mit Narrenkappe, und ein Spielwerk spielt das Lied „Mer losse d’r Dom en Kölle“.

I Rückpositiv C–c4
Bourdun 16′
Praestant 8′
Rohrflöte 8′
Salicional 8′
Principal 4′
Spitzflöte 4′
Nasard 22/3′
Waldflöte 2′
Terz 13/5′
Quinte 11/3′
Scharff V 1′
Dulcian 16′
Cromhorn 8′
Vox Humana 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–c4
Praestant 16′
Principal 8′
Doppelflöte 8′
Gemshorn 8′
Octave 4′
Rohrflöte 4′
Quinte 22/3′
Superoctave 2′
Mixtura Major IV 2′
Mixtura Minor IV 22/3′
Cornet V (ab f0) 8
Trompete 16′
Trompete 8′
Trompete 4′
III Schwellwerk C–c4
Salicet 16′
Principal 8′
Bordun 8′
Gambe 8′
Vox coelestis 8′
Octave 4′
Traversflöte 4′
Quintflöte 22/3′
Flageolet 2′
Terzflöte 13/5′
Mixtur IV 2′
Fagott 16′
Trompete 8′
Oboe 8′
Tremulant
Pedal C–g1
Violon 32′
Principal 16′
Subbaß 16′
Quinte 102/3′
Octave 8′
Bartpfeife 8′
Superoctave 4′
Flöte 4′
Posaune 16′
Trompete 8′
Clarine 4′
  • Koppeln: I/II, III/II, III/I, Sub III/III, Sub III/II, Super III/III, Super III/II, Super III/I, I/P, II/P, III/P.
  • Spielhilfen:

2006 wurde das Orgelensemble im Dom durch ein Hochdruckwerk (Bombardewerk) (700 mmWS) mit zwei Fanfarenregistern mit insgesamt 122 Pfeifen am großen Fenster der Westseite (zwischen den Türmen) erweitert. Es soll für einen repräsentativen Klang auch bei vollbesetzter Kirche sorgen. Die Fanfaren werden nur bei besonderen Anlässen und zu Festgottesdiensten an hohen Feiertagen gespielt; daher rühren auch ihre Namen Tuba episcopalis („Bischöfliche Fanfare“) und Tuba capitularis („Fanfare des Domkapitels“). Auch diese Register werden vom zentralen Spieltisch aus angespielt, was eine besondere Herausforderung für den Organisten darstellt, da der Klang von den weit entfernten Pfeifen aus erst einige Sekundenbruchteile später sein Ohr erreicht.

Organist an den Domorgeln ist seit 2002 der in Bamberg geborene Musikwissenschaftler und Kirchenmusiker Winfried Bönig in der Nachfolge von Clemens Ganz.

Grabmale

Im Dom fanden und finden die Erzbischöfe von Köln ihre letzte Ruhestätte. Im und unterhalb des Domes sind die folgenden Personen bestattet:

  • Gero
  • Rainald von Dassel
  • Philipp I. von Heinsberg
  • Engelbert von Berg
  • Konrad von Hochstaden
  • Irmgard von Süchteln
  • Walram von Jülich
  • Wilhelm von Gennep
  • Engelbert III. von der Mark
  • Friedrich III. von Saarwerden
  • Dietrich II. von Moers
  • Hermann IV. von Hessen
  • Philipp II. von Daun
  • Adolf III. von Schaumburg
  • Anton von Schaumburg
  • Ferdinand August von Spiegel
  • Johannes Kardinal von Geissel
  • Paulus Kardinal Melchers
  • Philipp Kardinal Krementz
  • Hubert Theophil Simar
  • Antonius Kardinal Fischer
  • Felix Kardinal von Hartmann
  • Karl Joseph Kardinal Schulte
  • Josef Kardinal Frings
  • Joseph Kardinal Höffner

Einziger im Dom beigesetzter weltlicher Fürst ist Gottfried IV. (1318–1368), letzter Graf von Arnsberg.

Besondere Steinmetzarbeiten

]] Im Laufe der Jahre haben die diversen Kölner Domsteinmetze ihre Handschrift hinterlassen. So findet sich in vielen Kapitellen und auf den beiden Türmen ein wahres Sammelsurium deutscher und vor allem Kölner Originale. An der Fassade des Doms wurden folgende Personen verewigt: Paul von Hindenburg, John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow, Charles de Gaulle, Harold Macmillan, Dombaumeister Willy Weyres mit Handy sowie zahlreiche weitere bekannte Personen aus Sport, Politik und Köln.

Beleuchtung

Im Oktober 2008 wurde eine computergesteuerte Innenbeleuchtung in Betrieb genommen. 80 programmierbare Einstellungen ermöglichen verschiedene Beleuchtungseffekte. Mehr als 1000 Leuchten erhellen den ansonsten vor allem in den Abendstunden recht düsteren Innenraum, damit „nicht immer eine Stimmung ist wie Allerseelen“, wie Kardinal Meisner die Lichtverhältnisse im Dom einmal kommentierte. Mit rund 1.200.000 Euro hat der Zentral-Dombau-Verein die Lichtanlage unterstützt.

Hausherren des Doms

Eigentümer des Domgebäudes ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts, die den offiziellen Namen Hohe Domkirche zu Köln trägt. Da diese keine eigenen Vertretungsorgane besitzt, bedient sie sich des Domkapitels, das selbst eine eigene Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Das Domkapitel vertritt die Hohe Domkirche im Rechtsverkehr und nimmt das Hausrecht wahr. Das Hohe Dom-, Kathedral- und Metropolitankapitel besteht aus 16 Domherren (zwölf residierende und vier nichtresidierende Domherren), an deren Spitze ein Dompropst und ein Domdechant stehen. Die beiden letzten Pröpste, Heinz Werner Ketzer und Bernard Henrichs waren Träger des Ordens wider den tierischen Ernst. Auch der Kölner Domherr Alexander Schnütgen ist nicht ohne Bedeutung. Als bedeutender Kunstsammler hinterließ er seine Kunstschätze der Stadt Köln, die sie nun im Museum Schnütgen zur Schau stellt. Derzeitiger Dompropst ist Norbert Feldhoff.

Die Erhaltungskosten des Kölner Doms, die sich auf fast zehn Millionen Euro jährlich belaufen, trägt zu fast zwei Dritteln regelmäßig der Zentral-Dombau-Verein zu Köln, der einen Großteil hiervon aus staatlichen Lotteriemitteleinnahmen erhält. Zuständig für alle Arbeiten am Dom ist die Kölner Dombauverwaltung.

Zahlen und Fakten

Gesamtlänge außen 144,58 m
Gesamtbreite außen 86,25 m
Breite der Querhausfassade 39,95 m
Breite des Langhauses innen 45,19 m
Breite der Westfassade 61,54 m
Höhe des Nordturmes 157,38 m
Höhe des Südturmes 157,31 m
Stufen bis zur Turmspitze 533 (97,25 m = 152,5 m über NN)
Läutbare Glocken 11
Größte Glocke Ø 3,22 m, 24.000 kg
Höhe der Querhausfassaden 69,95 m
Höhe des Dachreiters 109,00 m
Höhe des Dachfirstes 61,10 m
Innenhöhe der Mittelschiffe 43,35 m
Innenhöhe der Seitenschiffe 19,80 m
Überbaute Fläche geschätzt 7.914 m²
Fensterfläche geschätzt 10.000 m²
Dachfläche geschätzt 12.000 m²
Umbauter Raum ohne Strebewerk 407.000 m³
große Fläche der Westfassade 7.000 m²
verbaute Steinmasse geschätzt 300.000 t
Sitzplätze ca. 1200
Stehplätze ca. 2800
Unterhaltskosten/Jahr 10.000.000 €

Domumgebung

Der Dom wurde als nationales Denkmal vollendet und der Bedeutung des Bauwerks angemessen sollte der Dom freigestellt werden (s. o.: „Dom um 1900“). Dazu wurden im 19. Jahrhundert rund um den Dom zahlreiche Gebäude abgerissen und neue Plätze sowie Grünanlagen angelegt. Bis heute sind die Freilegung, der Verkehr und die Nähe des Hauptbahnhofs Anlass für Kritik und neue Planungen.

Auf der Südseite wurden die Gebäude des Domhofs abgerissen (s. o.: „Der unfertige Dom um 1824“). Die Häuserreihe mit dem ersten Domhotel wurde abgerissen und ein neues, größeres Domhotel westlich errichtet.

Vor der Westfassade wurde die Straße Unter Fettenhennen zum Dom hin geöffnet. Nur ansatzweise wurde eine auf den Dom zuführende Kaiserstraße an der Burgmauer angelegt. Heute befindet sich dort die Terrasse des „Café Reichard".

Mit der Erweiterung des Hauptbahnhofs 1894 wurden viele Gebäude an der Nordseite der Trankgasse abgerissen, sodass sich erstmals der Bahnhofsvorplatz zum Dom hin öffnete. Östlich des Chores wurde die Verlängerung des Domhügels nach Osten abgetragen, auf der die Kirche St. Maria ad Gradus gestanden hatte. Die Gebäude des Hotel Du Nord wurden noch anfangs des 20. Jahrhunderts abgerissen.

Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges erlaubten die vollständige Freilegung des Domhügels zum Rhein hin. Der abfallende Platz wurde mit Bäumen bepflanzt und als Busbahnhof genutzt.

Die Domplatte, 1968 nach einem Entwurf des Kölner Architekten Fritz Schaller zusammen mit dem Dionysos-Hof direkt vor dem frühchristlichen Baptisterium unterhalb des Domchors ausgeführt, ist die gestalterische Antwort auf ein einzigartiges städtebauliches Problem: Ziel war damals, den seit dem 19. Jahrhundert vom rollenden Verkehr umflossenen Dom in die fußläufige Altstadt, also in die „Eselswege unserer Vorfahren“ (Rudolf Schwarz) zurückzubinden. Dies war nur durch die Wiederanhebung des Anfang 20. Jahrhunderts abgebaggerten Domhügels möglich. Das Bodenniveau wenige Meter nördlich des Kölner Doms war jedoch nie auf dem der südlich und östlich anschließenden Altstadt, weil hier die römische Stadtgrenze im Verlauf der damaligen Stadtmauer einen Geländesprung von 4,5 m Tiefe beschert. Dom und alte Stadtgrenze sind sozusagen hier „auf Kante genäht“. Diese „Stadtkante“ erhielt durch König Friedrich Wilhelm IV. eine zusätzliche Betonung, weil das preußische Königshaus bei der Anreise im Zug direkt neben dem Dom als ihrem Denkmal „von deutscher Baukunst“ aussteigen wollte.

Weil man für die in der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts angestrebte „Remittelalterisierung“ der Domumgebung nicht die Trankgasse und den angrenzenden Stadtteil samt Bahnhofsvorplatz zuschütten wollte, blieb nur die Terrassengestaltung, die später wegen des ebenfalls angrenzenden Museumsbaus nur noch an der Nordseite erhalten geblieben ist.

Im gläsernen, innen gestuften Parterre des Domforums (gegenüber dem Petersportal des Doms, ehemals BfG-Bank) antizipierte Fritz Schaller bereits 1953 den westlichen Verlauf der späteren Terrassenkante. Unter der Domplatte liegt die Domgarage mit Fragmenten der römischen Stadtmauer.

Westlich gegenüber den Domtürmen am Rand der Domplatte wurde ein Modell der Kreuzblume in Originalgröße aufgestellt, um die Größenverhältnisse des Domes anschaulich zu machen.

Besonderheiten

In den 1960er-Jahren stellte der Kölner Dom seine beiden nördlichen Seitenschiffe auch islamischen Gottesdiensten türkischer Arbeitsmigranten zur Verfügung. So breiteten beispielsweise zum Ende des Ramadan 1965 um die 400 Muslime ihre Gebetsteppiche im Kölner Dom aus, um mit Gebeten und religiösem Gesang das Ende des Fastenmonats zu feiern. Die damalige Dompropstei betonte Journalisten gegenüber, dass das Bereitstellen von Möglichkeiten für die Gottesdienste Andersgläubiger in Kölner Kirchen durchaus „nichts Ungewöhnliches“ sei.

Siehe auch

  • Liste der größten Kirchen der Welt
  • Liste der höchsten Gebäude ihrer Zeit
  • Liste der höchsten Gebäude in Deutschland
  • Kölner Domglocken
  • Kölner Dombaumeister
  • Kölner Dommusik
  • Liste der höchsten Kirchtürme der Welt
  • Liste der Kölner Dompröpste
  • Zentral-Dombau-Verein zu Köln
  • Gelber Dom
  • Geschichte der Stadt Köln

Literatur/Medien

Allgemeine Darstellungen

  • Hugo Borger und Rainer Gaertner: Der Dom zu Köln, Köln 1980
  • Klaus Gereon Beuckers: Der Kölner Dom, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-15737-0
  • Paul Clemen (Hrsg.): Der Dom zu Köln (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 6, Teil III), Reprint der 2., vermehrten Auflage, Düsseldorf, 1938. Düsseldorf Schwann 1980, ISBN 3-590-32101-6
  • Paul Mikat: 750 Jahre Gotischer Dom zu Köln: Zeiten des Domes, Droste-Verlag, Düsseldorf 1999, ISBN 3-7700-1123-6
  • Marcus Reckewitz, Jörn Sackermann (Fotos): Der Dom – Die Kölner und ihr Wahrzeichen, Edition Lempertz, Bonn 2005, ISBN 3-933070-69-4
  • Kölner Dom. Ein virtueller Rundgang durch 2000 Jahre Kunst, Kultur und Geschichte. Videofilm. München/Berlin, Verlag Kölner Dom e. V./Deutscher Kunstverlag, in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk, 1998 (sehr vereinfacht mit einigen Elementen auch unter www.koelner-dom.de).
  • Das Kölner Dom Jubiläumsbuch 1980, Köln 1980
  • Taschenbuch zur Geschichte, Architektur und Ausstattung des Kölner Doms. Köln 1980
  • Max Hasak: Der Dom zu Köln, Berlin 1911 online

Architektur und Ausstattung

  • Ulrich Back und Thomas Höltken: Die Baugeschichte des Kölner Domes nach archäologischen Quellen. Befunde und Funde aus der gotischen Bauzeit (Studien zm Kölner Dom Band 10), Verlag Kölner Dom, Köln 2008, ISBN 978-3-922442-56-1.
  • Dieter Breuers: Fenster, Pfeiler und Gewölbe: die Geschichte des Kölner Doms, Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-404-14252-7
  • Emanuel Gebauer: Fritz Schaller. Der Architekt und sein Beitrag zum Sakralbau im 20. Jahrhundert (= Stadtspuren 28), Köln 2000, ISBN 3-7616-1355-5. (Druckfassung von: Emanuel Gebauer: Das „Thing“ und der Kirchenbau. Fritz Schaller und die Moderne 1933–74, Phil. Diss. Mainz 1995.)
  • Ulrich Krings, Rainer Will (Hrsg.): Das Baptisterium am Dom. Kölns erster Taufort, Greven, Köln 2009, ISBN 978-3-7743-0423-9.
  • Alexander Lasch: Fensterweihe und Fensterstreit. Die Katholische Kirche und der mediale Diskurs, In: Ekkehard Felder und Marcus Müller (Hgg.). Wissen durch Sprache. Theorie, Praxis und Erkenntnisinteresse des Forschungsnetzwerks „Sprache und Wissen“ (Sprache und Wissen 3). Verlag Walter de Gruyter, Berlin, New York 2009, S. 337-369. ISBN 3-11-020743-5, ISBN 978-3-11-020743-9
  • Rolf Lauer: Der Schrein der Heiligen Drei Könige (Meisterwerke des Kölner Domes Band 9), Verlag Kölner Dom, Köln 2006, 104 S., 134 farb. und 111 sw-Abb., ISBN 3-922442-53-6, ISBN 978-3-922442-53-0
  • Sebastian Ristow: Die frühen Kirchen unter dem Kölner Dom: Befunde und Funde vom 4. Jahrhundert bis zur Bauzeit des alten Domes, Verl. Kölner Dom, Köln 2002, ISBN 3-922442-43-9
  • Christa Schulze-Senger, Wilfried Hansmann: Der Clarenaltar im Kölner Dom. Dokumentation der Untersuchung, Konservierung und Restaurierung (Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege Band 64), Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2005, ISBN 3-88462-211-0.
  • Regina E. G. Schymiczek: Über deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt… Zur Entwicklung der Wasserspeierformen am Kölner Dom, (Europ. Hochschulschriften: Reihe 28, Kunstgeschichte, 402). Europ. Verlag der Wissenschaften, Frankfurt/M., Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien 2004. Zugl. Diss. Bochum 2003, ISBN 3-631-52060-3
  • Regina E. G. Schymiczek, Heribert Schulmeyer: Willibrord der Wasserspeier, Verlag Kölner Dom, Köln 2002, ISBN 3-922442-46-3.
  • Marc Steinmann: Die Westfassade des Kölner Domes. Der mittelalterliche Fassadenplan F, Verlag Kölner Dom, Köln 2003, ISBN 3-922442-50-1
  • Franz Johann Joseph Bock: Der Kunst- und Reliquienschatz des Kölner Doms, hrsg. von dem Vorstande des christlichen Kunst-Vereins zu Köln, Köln 1870;

Einzeldarstellungen

  • Wolfgang Hartmann: „Historische Wahrheit – Künstlerische Weihe“ – Der historische Festzug zur Einweihung des Kölner Domes 1880 und die Wandbilder im Gürzenich. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, Bd. XLI, Köln 1980, S. 223–244.
  • Wolf Schneider: Der Kölner Dom – Wie die Deutschen zu ihrem Weltwunder kamen (Hamburg 1991), ISBN 3-570-09259-3
  • Franz Johann Joseph Bock: Der Kunst- und Reliquienschatz des Kölner Doms, hrsg. von dem Vorstande des christlichen Kunst-Vereins zu Köln, Köln 1870;
  • Der Kölner Dom im Jahrhundert seiner Vollendung. Katalog zur Ausstellung der Historischen Museen in der Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln vom 16. Oktober 1980 bis 11. Januar 1981. Hrsg. von Hugo Borger. 3 Bde. Köln 1980
  • Max Hasak: Der Dom zu Köln, Berlin 1911 online
  • Joachim M. Plotzek: Zur Geschichte der Kölner Dombibliothek, In: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung. München 1998, S. 15–64.online
  • Goswin Frenken: Die Kölner Domschule im Mittelalter, in: Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins 5. Köln 1930, S. 235–256 online

Weblinks

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