Flughafen in Findel

Flughafen Luxemburg

3.8/10

Der internationale Flughafen Luxemburg, inoffiziell meist nach einer benachbarten Ortschaft kurz Findel genannt, ist der einzige internationale Flughafen in Luxemburg. Seine Anfänge reichen in die 1930er Jahre zurück.

Lage und Verkehrsanbindung

Der Flughafen liegt auf den Gemarkungen der Gemeinden Sandweiler (Allgemeine Luftfahrt), Niederanven (Passagier- und Cargobereiche) und Luxemburg (nur Start-/Landebahn).

Das Stadtzentrum von Luxemburg ist sechs Kilometer, die deutsche Stadt Trier 40 km entfernt. Die Buslinien 16 und 29 über den Kirchberg bzw. Cents-Pulvermühle verbinden in dichter Taktfolge den Flughafen mit der Innenstadt und dem Bahnhof. Die Fahrzeit zum Bahnhof beträgt jeweils ca. 20 Minuten.

Eine Zuganbindung zum Bahnhof Luxemburg und zum Kirchberg-Plateau war für 2019 geplant. Der Flughafenbahnhof wurde schon im Zuge des Neubaus des Terminals A 2009 im Rohbau erstellt. Später distanzierte sich die Regierung von den Plänen, sodass die Zugverbindung nicht realisiert wird. Der bereits bestehende unterirdische Bahnhof soll zu einem Datacenter umgebaut werden. Bis zum Jahr 2021 soll jedoch eine Tramverbindung zwischen Hauptbahnhof und Flughafen bestehen.

Fluggesellschaften und Ziele

Die größten und wichtigsten Fluggesellschaften, die Luxemburg anfliegen, sind

  • im Passagierbereich: Air France, British Airways, easyJet, KLM, Lufthansa, Luxair, Scandinavian Airlines, Swiss, TAP Air Portugal, Turkish Airlines und Vueling
  • im Frachtbereich: Atlas Air, Cargolux, Cargolux Italia, China Airlines, China Southern, Ethiopian Airlines, Panalpina, Qatar Airways und Yangtze River Express

Die wichtigsten von Luxemburg aus angeflogenen Ziele sind Abu Dhabi, Amsterdam, Antalya, Atlanta, Baku, Bangkok, Barcelona, Djerba, Dubai, Dublin, Fuerteventura, Istanbul, Hongkong, Hurghada, Kopenhagen, Lissabon, London (City, Gatwick, Heathrow), Los Angeles, Madrid, Mailand, Málaga, Miami, New York, Palma, Paris, Peking, Porto, Rom, Shanghai, Singapur, Taipeh und Toronto.

In den deutschsprachigen Ländern werden die folgenden Ziele angeflogen: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Genf, Hamburg, München, Saarbrücken, Wien und Zürich.

Bei den Zielen außerhalb Europas, des Mittelmeerraumes und der Kanarischen Inseln handelt es sich um Frachtflüge.

Die Fluggesellschaften Luxair und Cargolux betreiben ihre Basis und eines ihrer Drehkreuze am Flughafen Luxemburg. Besonders Cargolux bedient im Rahmen von Kooperationen mit anderen Frachtfluggesellschaften zahlreiche Ziele.

Neubau

2005 begannen die Bauarbeiten am Terminal A, das für knapp drei Millionen Passagiere ausgelegt ist. Die Kosten dafür beliefen sich auf insgesamt 322 Millionen Euro (Terminal A, BHKW, Tiefgarage und Eisenbahntunnel). Die Inbetriebnahme des Terminals A erfolgte am 21. Mai 2008.

Das am 26. Mai 2004 eröffnete Terminal B ist derzeit geschlossen, bis nach Abriss des alten Terminalgebäudes eine Fußgängerbrücke zum Terminal A gebaut ist. Die Abrissarbeiten begannen Ende 2011 und waren im April 2012 abgeschlossen. Die Fußgängerbrücke sollte im Sommer 2013 eröffnet werden. Die Bauarbeiten und damit auch die Wiedereröffnung des Terminals B wurden mehrfach verschoben. Die Inbetriebnahme ist für frühestens Mitte 2017 geplant. Es gab Überlegungen, den ursprünglich zur Abfertigung kleinerer Maschinen gedachten Terminal B für weitere Flughafenshops zu nutzen. Aufgrund der stark gestiegenen Passagierzahlen wurde diese Idee jedoch wieder verworfen.

Betreiber

Der Flughafen Luxemburg wird von der Luftfahrtbehörde ANA (Administration de la navigation aérienne), die am 1. Januar 2008 aus der ehemaligen Flughafenverwaltung (Administration de l’Aéroport) hervorging, und der privaten Gesellschaft Société de l’Aéroport (Luxairport) verwaltet. ANA kümmert sich um Betrieb und Wartung der für die Luftfahrt benötigten technischen Installationen am Boden und um die Kontrolle des Flugbetriebs und des Luftraums. Zudem betreibt sie die Flughafenfeuerwehr und eine Wetterbeobachtungs- und -vorhersagestation. Luxairport ist für Bau, Instandhaltung und Betrieb der nicht für Flugsicherung und Flugbetrieb genutzten Infrastruktur zuständig. Die Luftfahrtbehörde ANA unterhält acht Abteilungen. Diese sind ADMIN (Verwaltung), OPS (Operations), ATC (Air Traffic Control), CNS (Communication, Navigation, Surveillance), früher RAD (Radiotechnik) genannt, ELE (Elektrotechnik), SIS (Feuerwehr), ENT (Instandhaltung) und MET (Wetterdienst).

Die Straßenbauverwaltung (Ponts et Chaussées) hat ebenfalls eine von der Luftfahrtbehörde ANA unabhängige Abteilung am Flughafen. Außerdem unterhalten sowohl die Polizei mit der Unité Centrale de Police à l'Aéroport (UCPA) als auch der Zoll Abteilungen im Bereich des Flughafens.

Die Luftfahrtbehörde ANA betreibt auf dem Gelände des Flughafens ein eigenes Mittelspannungsnetz mit einer Nennspannung von 3 kV. Ausgehend von einem zentralen Einspeisepunkt wird die von der luxemburgischen Stromgesellschaft CEGEDEL auf der 20-kV-Ebene gelieferte elektrische Energie über 630-kVA-Transformatoren auf 3 kV heruntergespannt und im Ringnetz verteilt. Dabei werden insgesamt acht Mittelspannungsstationen beliefert. Lux-Airport wird daneben eine eigene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Betrieb nehmen.

Technisches

Ausstattung

Der Flughafen verfügt über eine 4000 m lange Landebahn in Richtung 06/24 und ist mit einem Instrument Landing System (ILS), einem VOR (Kennung LUX) und einem Doppler-VOR-System (DVOR) ausgestattet. Ein weiterer DVOR steht in etwa 35 km Entfernung zum Flughafen unweit der Stadt Diekirch (Kennung DIK).

Der ICAO Referenzcode der Start- und Landebahn des Flughafens, bestehend aus zwei Code-Elementen, der Code-Ziffer und des Code-Buchstaben, lautet 4 bzw. E. Das bedeutet, dass die Referenzdistanz des Flugzeugs (die Länge der Piste, die es für Start und Landung braucht) 1800 m oder mehr, die Flügelspannweite zwischen 52 m und 65 m und die Fahrwerkbreite zwischen 9 m und 14 m betragen kann. Im Hinblick auf den neuen Airbus A380 wurde demnach eine Erweiterung des Code-Buchstaben auf F vollzogen, wegen der Bestellung von Cargolux über mindestens 13 Boeing 747-8F, die ohnehin auch eine breitere Bahn benötigt (65 m bis 80 m Spannweite, respektiv 14 m bis 16 m Fahrwerkbreite).

Die Landerichtung 24 (240°) ist für die Betriebsbedingungen der ILS-Kategorie 3 ausgelegt und erlaubt Starts und Landungen auch bei geringsten Sichtweiten (125 m Landebahnsichtweite) und Entscheidungshöhen. Auf dieser Seite der Landebahn existiert auch eine in die Landebahn eingelassene sogenannte „Touch-Down“-Beleuchtung. Beide Landerichtungen sind mit einem PAPI-System ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine visuelle Landehilfe, die für einen 3-Grad-Anflugwinkel ausgelegt ist und die das Glide-Slope bzw. Glide-Path-System des ILS ergänzt.

Die 1992 errichtete Radaranlage wurde nach Beschluss des Ministerrates von September 2004 ersetzt, da einerseits die im Bau befindliche Wartungshalle der Firma Cargolux das alte Radar behindern würde und weil das System zu einem guten Teil veraltet war. Der Neubau der Radaranlage wurde im Juni 2007 fertiggestellt.

Die Rollwege (Taxiway; Twy) des Flughafens tragen die Bezeichnungen A, B1, B2, B3, B4, C, D1, D2, E, F, G, H, I. Die Bezeichnung des Rollweges I (India) ist umstritten, weil die Internationale Zivile Luftfahrtorganisation (ICAO) hier eine Verwechselungsgefahr mit der Zahl „1“ und dem Buchstaben „J“ sieht.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Cargolux Maintenance Facility sollen ebenfalls die Rollwege H und I grundüberholt werden. Dabei soll insbesondere der Rollweg I schmaler gestaltet werden. Der Rollweg H (Hotel) soll hingegen auf eine Breite von 25 m erweitert werden, was den Bedingungen für den Code-Buchstaben F entsprechen würde.

Flugwetterdienst

Die meteorologische Station des Flugwetterdienstes am Flughafen ist rund um die Uhr besetzt und erstellt neben den Wetterdiensten für die Luftfahrt unter dem Namen MeteoLux auch Wettervorhersagen und Wetterwarnungen für die breite Öffentlichkeit.

Flugfunk-Frequenzen

  • Luxembourg Tower: 118,1 MHz
  • Luxembourg Approach (Anflugkontrolle) : 118,9 MHz
  • Luxembourg Information (ATIS): 134,75 MHz
  • Luxembourg Homer (VDF): 118,1 MHz, 118,9 MHz, 121,5 MHz

Verkehrszahlen

Jahr Passagiere Fracht in t Flugbewegungen
1950 6.525 436 3.602
1960 55.591 312 14.125
1970 476.938 2.486 26.035
1980 670.159 60.852 54.604
1990 1.072.264 143.667 62.714
2000 1.669.484 500.811 85.511
2001 1.625.323 510.964 86.165
2002 1.522.458 579.708 83.597
2003 1.461.140 657.255 91.724
2004 1.521.806 712.985 89.074
2005 1.573.825 742.766 89.657
2006 1.613.475 752.635 87.770
2007 1.642.848 856.740 82.060
2008 1.696.011 788.224 83.141
2009 1.551.315 628.667 81.619
2010 1.630.027 705.370 80.494
2011 1.791.231 656.931 83.405
2012 1.919.694 615.812 81.163
2013 2.197.331 673.823 80.397
2014 2.467.864 708.427 84.222
2015 2.687.566 737.625 85.031

Zwischenfälle

  • Am 22. Dezember 1969 landete eine Vickers Viscount der Luxair auf einer vereisten Piste und endete im Schnee, wodurch das Bugfahrwerk brach und die Propeller beschädigt wurden.
  • Am 29. September 1982 kam eine Iljuschin Il-62 mit der Kennung CCCP-86470 rechts von der Landebahn 06 ab und fing Feuer. Die Maschine sollte von Moskau über Luxemburg nach Lima fliegen. Sieben Menschen starben, 26 wurden verletzt. Die restlichen 44 Passagiere blieben unversehrt.
  • Am 3. Oktober 1988 brach durch ein Stück Eis ein Fenster einer Swearingen Metro III auf dem Luxair-Flug LG362 von Genf nach Luxembourg, die Piloten mussten in Metz notlanden.
  • Am 15. August 1992 zwang ein Vogelschlag am Motor einer Boeing 737 der Luxair nach dem Start in Luxemburg mit Ziel Palma de Mallorca, das Flugzeug wieder in Luxemburg zu landen.
  • 4. August 1995: Während des Anfluges in Luxemburg verlor eine Embraer EMB 120 Brasilia der Luxair mit der Flugnummer LG 852 (von Wien über Straßburg nach Luxemburg) über Fennange den Propeller des rechten Motors und das Fahrwerkgehäuse. Trotz dieses Zwischenfalls funktionierten alle anderen Systeme im Flugzeug weiterhin normal und die Piloten landeten sicher ohne weitere Konsequenzen am Flughafen Luxemburg.
  • Am 6. November 2002 stürzte eine Fokker 50 LX-LGB der Luxair mit der Flugnummer LG9642/LH2420 beim Endanflug auf Piste 24 aus Berlin-Tempelhof kommend bei dichtem Nebel ab. 20 Menschen kamen ums Leben, der Kapitän und ein weiterer Passagier aus dem hinteren Bereich wurden schwer verletzt. Dies war der bisher schwerste Unfall in der luxemburgischen Luftfahrt.
  • Am 8. Dezember 2002 bekam eine Fokker 50 der Luxair auf dem Weg von Luxembourg nach Genf Probleme mit dem Kabinendruck, konnte aber wieder sicher in Luxemburg landen.
  • Am 23. September 2003 kam eine Embraer ERJ 145 LX-LGZ der Luxair mit der Flugnummer LG8852 aus Wien kommend nach der Landung um 08:39 Uhr nach 1500 m rechter Hand von der Bahn 06 ab und durchbrach einen Zaun. Von den acht Passagieren, zwei Stewardessen und zwei Piloten an Bord wurde keiner verletzt.
  • Am 21. Januar 2010 streifte eine Boeing 747-400 LX-OCV (Cargolux Flug 7933) einen Transporter während des Landeanflugs auf den Flughafen. Das Zusammentreffen verursachte einen schweren Reifenschaden am Flugzeug und einen hohen Sachschaden am Fahrzeug. Die drei Besatzungsmitglieder und zwei Arbeiter am Transporter blieben unverletzt. Drei Untersuchungen gingen dem Vorfall nach.
  • Am 20. Januar 2011 prallte das Heck der Bombardier Dash 8Q-400 LX-LGA der Luxair bei der Landung auf die Bahn, das Flugzeug wurde für etwa vier Wochen nach Maastricht zur Reparatur geschickt.

Weitere luxemburgische Flugplätze

Der luxemburgische Flugplatz Nörtringen sowie die Flugplätze bei Useldingen und Medernach besitzen alle Graspisten.

Weblinks

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Tipps & Hinweise
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Andre Martin
25. November 2012
Looks, feels and smells exactly like a hospital. People's mood is the same too.
Дмитрий
22. August 2012
Самый тихий и спокойный аэропорт Европы
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7 Rue des Champs, 5212 Sandweiler, Luxemburg

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Öffnungszeiten
Mon-Sun 4:00 AM–11:00 PM
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