Berg in Berlin

Charité

Cornell Paasche und 20 798 mehr Menschen hier gewesen
8.6/10

Die Charité [ʃaʀiˈteː] (frz.: Nächstenliebe/Barmherzigkeit) ist ein berühmtes und traditionsreiches Krankenhaus in Berlin. Im Jahr 1710 als Pesthaus gegründet, ergänzte die Charité nach der Gründung der Humboldt-Universität 1810 das Universitätsklinikum und wurde zur bedeutenden Lehr- und Forschungsstätte. Seit 2003 sind die medizinischen Fakultäten der Humboldt- und Freien Universität Berlin unter dem Namen Charité – Universitätsmedizin Berlin vereinigt. Damit bildet die Charité eine der größten Universitätskliniken Europas.

Geschichte

Gründung (1710–1795)

Als Anlass zur Gründung der Charité kann eine Kabinettsorder des preußischen Königs Friedrich I. vom 14. November 1709 gelten. Darin ordnete der König die Gründung von „Lazareth-Häusern“ außerhalb der Städte an, um „bei jetzigen gefährlichen Pest-Läufften“ entsprechend vorbereitet zu sein. Auslöser der königlichen Anordnung war eine Pestepidemie in Osteuropa, die schon die Provinz Preußen teilweise entvölkert hatte und nun auch die Mark Brandenburg und Berlin bedrohte. Am 13. Mai 1710 gründete man die Vorsorgeeinrichtung für Berlin, die Bauarbeiten für das Haus begannen.

Tatsächlich trat der befürchtete Ernstfall aber nicht ein; die Pestepidemie in den Jahren 1709 bis 1711 streifte Brandenburg nur in der Uckermark und drang nicht bis Berlin vor. Das vor dem Spandowischen Tor außerhalb der Stadtmauern errichtete „Lazareth“ wurde nicht für Pestkranke benötigt und diente zunächst als Armen- und Arbeitshaus („Spinnhaus“) für Arme, Bettler, unehelich Schwangere und Prostituierte, sowie als Garnisionslazarett.

Am 9. Januar 1727 verfügte König Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) in einer weiteren Kabinettsorder die Umwandlung des Lazaretts in ein Bürgerhospital und ordnete in einer Randbemerkung an: „Es soll das Haus die Charité heißen.“ Erster Direktor wurde der Leibarzt des Königs, Johann Theodor Eller (1689–1760).

Das ursprüngliche Pesthaus war ein quadratisch angelegtes, zweistöckiges Gebäude mit einer Länge von 48 Metern, bei dem die Angestellten des Hospitals im Erdgeschoss wohnten und die Kranken, nach Männern und Frauen getrennt, im Obergeschoss. 1713 erfolgte zusätzlich die Eröffnung eines Theatrum anatomicum, sodass das Haus zusammen mit dem 1724 gegründeten Collegium medico-chirurgicum auch zur Ausbildungsstätte von Militärärzten avancierte. In den Jahren 1785 bis 1800 erfolgte in mehreren Abschnitten ein Erweiterungsbau der Charité und durch die veränderten Stadtmauern lag die Charité seit dem Jahr 1800 innerhalb des Berliner Stadtgebiets.

19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert bis 1945

1795 wurde die Pépinière zur Aus- und Weiterbildung von Militärärzten gegründet, die 1809 die Bücherei des aufgelösten Collegium medico-chirurgicum übernahm. Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz waren Stipendiaten dieser Akademie. Im Jahr 1801 wurde Christoph Wilhelm Hufeland als königlicher Leibarzt und leitender Charité-Arzt berufen. 1810 wurde Hufeland auch Dekan der Medizinischen Fakultät der neu gegründeten Berliner Universität. An der Universität fand in den folgenden Jahren die Ausbildung von „zivilen“ Medizinstudenten statt, während die Charité Militärärzte und Militärchirurgen ausbildete. Die Ausbildung an der Charité verlief dabei wesentlich praxisorientierter „am Krankenbett“, während die Ausbildung an der Universität sehr theoretisch-allgemeinbildend war, entsprechend dem Bildungsideal Alexander von Humboldts. Hufeland sah dagegen die Vorteile der praxisorientierten Ausbildung und erstrebte eine engere Verbindung von Charité und Universität. Die Trennung beider Institutionen bestand zunächst fort, wurde jedoch nach und nach durchbrochen nachdem die Universität immer mehr eigene Kliniken auf dem Charité-Gelände errichten liess. 1828 wurde ein Teil der Medizinischen Klinik von der Ziegelstraße in die Charité verlegt. Es folgten mehr und mehr Kliniken bis 1927 die chirurgische Universitätsklinik als letzte Klinik in die Charité verlagert wurde. 1815 wurde Carl August Wilhelm Berends Leiter der Charité.

Rudolf Virchow wurde 1856 zum Direktor des pathologischen Instituts berufen und konnte damit seiner Zellularpathologie zum wissenschaftlichen Durchbruch verhelfen. Der Grundsatz seiner Lehre omnis cellula e cellula revolutionierte die medizinische Wissenschaft.

Am Gesundheitsamt, das 1876 gegründet wurde, arbeiteten Emil Adolf von Behring und Paul Ehrlich. Robert Koch war seit 1880 am Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin tätig. In direkter Nähe zur Charité steht ein Denkmal für Robert Koch, der in dieser Zeit dort arbeitete und die Erreger von Milzbrand, Tuberkulose und Cholera (unbeachteter Erstbeschreiber der Cholera war 30 Jahre früher Filippo Pacini) entdeckte.

Von 1896 bis 1917 erfolgten großzügige Um- und Neubauten im Bereich der Charité. Deren Genehmigung ist ganz wesentlich Friedrich Althoff, Ministerialdirektor im Preußischen Kultusministerium, zu verdanken. Damit wurden die baulichen Voraussetzungen für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Medizinischen Fakultät geschaffen. Ein Denkmal im Klinikgelände ehrt den verdienstvollen preußischen Wissenschaftspolitiker Althoff. Die in rotem Backstein aufgeführten Bauten stehen heute unter Denkmalschutz. Es gibt heute noch ein „Althoff-Gebäude“ mit einem „Althoff-Saal“ an der Charité.

Es waren Konkurrenz und Kooperation, die die damals berühmte Berliner Medizin prägten.

Ihr höchstes Ansehen genoss die Charité zwischen 1870 und 1918. Die Berufungspolitik, nur noch verdiente Ordinarien zu berufen, führte zu weniger jüngeren und wissenschaftlich noch kreativen Ordinarien. So hatte beispielsweise Ferdinand Sauerbruch (1875–1951) den Zenit seiner Karriere schon überschritten, als er 1927 an die Charité kam.

In der folgenden Zeit wurde der Name Charité durch zahlreiche herausragende Ärzte und Wissenschaftler international bekannt, so etwa durch Rudolf Virchow, Hermann von Helmholtz, Robert Koch, Paul Langerhans, Paul Ehrlich und Emil Adolf von Behring. Aber auch die Begründer medizinischer Spezialgebiete und weitere namhafte Experten wie Ferdinand Sauerbruch, Ernst von Bergmann, Wilhelm Griesinger, Albrecht von Graefe, Heinrich Schulte, Otto Heubner, Caspar Friedrich Wolff, Karl Bonhoeffer, Heinrich Adolf von Bardeleben, Hans Erhard Bock, August Bier, Friedrich Kraus, Walter Stoeckel, Johann Friedrich Dieffenbach, Theodor Schwann, Friedrich Gustav Jakob Henle, Johann Lukas Schönlein, Ludwig Traube, Bernhard von Langenbeck, Theodor Billroth, Curt Schimmelbusch, Leonor Michaelis, August von Wassermann, Emil Fischer, Rahel Hirsch, Selmar Aschheim, Bernhard Zondek, Rudolf Nissen, Hermann Oppenheim, Herbert Herxheimer, Samuel Mitja Rapoport, Traube und Gutzmann wirkten hier. Acht spätere Nobelpreisträger begannen ihren wissenschaftlichen Weg an der Charité, wie zum Beispiel Werner Forßmann und Albrecht Kossel.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden zahlreiche jüdische Mitarbeiter entlassen. 1938 folgte Max de Crinis Karl Bonhoeffer in der Leitung der Klinik.

Zeit der Teilung Berlins, Wiedervereinigung bis jetzt

Die Zerstörungen bei Bombenangriffen und während der Kämpfe um Berlin im April 1945 wurden bald nach dem Krieg beseitigt.

Durch die Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Charité in Ost-Berlin. Ganz im Westen des Bezirks Mitte gelegen, grenzte sie ab 1961 direkt an die Berliner Mauer – an Spree und Humboldthafen/Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal in Form einer Wassergrenze.

Die Spaltung der Stadt teilte auch die Hochschul- und Krankenhauslandschaft: In der DDR galt die Charité als führendes Krankenhaus der Hauptstadt der DDR, angegliedert an die Humboldt-Universität. In West-Berlin funktionierte man das städtische Krankenhaus Westend zum Universitätsklinikum Charlottenburg um und baute außerdem das Universitätsklinikum Benjamin Franklin; beide Einrichtungen gehörten zur Freien Universität Berlin.

Von 1977 bis 1982 wurde das 21-geschossige Bettenhaus der Klinik an der Luisenstraße erbaut. 1986 beschloss der Berliner Senat, die Universitätsmedizin vom Westend nach Wedding in das Städtische Rudolf-Virchow-Krankenhaus zu verlagern. Die damit verbundene umfassende Neu- und Umbautätigkeit endete erst 1998 und machte den Standort zum modernsten Klinikum Europas.

Nach der Wiedervereinigung erfolgte die Neustrukturierung der Berliner Hochschul- und Krankenhauslandschaft: Zum 1. April 1995 wurde das Universitätsklinikum Rudolf Virchow von der Freien Universität Berlin (FU) abgetrennt und der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) zugeordnet. 1997 zu einer gemeinsamen medizinischen Fakultät verschmolzen, bildeten die bis dahin noch eigenständigen Klinika ab 1998 die Charité. Der neue Name lautete Universitätsklinikum Charité der Humboldt-Universität Berlin mit dem jeweiligen Zusatz Campus Charité Mitte bzw. Campus Virchow-Klinikum.

Mitte 2003 wurde die Berliner Hochschulmedizin erneut umstrukturiert: Es kam zur Fusion der Charité mit der medizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin. Die Entscheidung erwuchs hauptsächlich aus der angespannten Haushaltslage des Landes Berlin, das der fusionierten Charité eine Einsparvorgabe für das Budget für Forschung und Lehre in Höhe von 98 Mio. Euro mit auf den Weg gab. Trotz einiger Einwände seitens der FU Berlin und des Universitätsklinikums Benjamin Franklin (UKBF) in Lichterfelde blieb der Name „Charité“ erhalten. Lediglich das Logo, ursprünglich ein Schriftzug basierend auf der Handschrift von Friedrich Wilhelm I., wurde durch ein Doppel-C, das durch den Hamburger Designer Peter Schmidt entworfen wurde, ersetzt. Der offizielle Name der zu beiden Universitäten gleichermaßen gehörenden Fakultät lautet „Charité – Universitätsmedizin Berlin“.

Das zum Campus Charité Mitte (CCM) in Berlin-Mitte gehörende Bettenhaus mit derzeit 21 Stockwerken soll um sieben auf 28 Stockwerke erhöht werden. Die Finanzierung dieses Vorhabens ist bisher nicht gesichert, die baustatische Prüfung soll jedoch bereits erfolgt sein. Die Außenfassade ist ebenfalls für die Sanierung vorgesehen. Die Baumaßnahmen sollen rechtzeitig zum 300-jährigen Jubiläum der Charité im Jahr 2010 abgeschlossen sein.

Struktur und Zahlen

Durch die Zusammenlegung der beiden Einrichtungen ist eine der größten Universitätskliniken Europas mit rund 15.000 Mitarbeitern entstanden. Damit ist die Charité nach der Deutschen Bahn Berlins zweitgrößter Arbeitgeber. Die Klinik umfasst 3.500 Betten, 8.000 Studenten und hat einen Jahresumsatz von 1,8 Mrd. Euro (2003).

Hauptsächlich verteilt sich die Charité aktuell auf vier Standorte:

  • Campus Benjamin Franklin (CBF) in Lichterfelde
  • Campus Berlin-Buch (CBB) in Buch
  • Campus Charité Mitte (CCM) in Mitte
  • Campus Virchow-Klinikum (CVK) im Wedding

Die Kliniken auf dem Campus Berlin-Buch (Robert-Rössle- und Franz-Volhard-Klinik) wurden 2001 durch die Helios Kliniken übernommen, sodass die 1.200 Betten des Krankenhausbetriebs dieses Standortes nicht mehr zur Charité zählen. Dennoch bleibt die Charité als Lehrbetrieb in den Kliniken vertreten und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter auf dem Campus Buch.

Die Standorte in Mitte, Steglitz und Wedding bilden jeweils große Teile der gesamten Medizin ab. Es bestehen spezielle Forschungs- und Behandlungsschwerpunkte, wie zum Beispiel das Zentrum für Weltraummedizin am Campus Benjamin Franklin, das Deutsche Rheumaforschungszentrum am Campus Charité Mitte oder auch das Zentrum für Molekulare und klinische Kardiologie am Campus Berlin-Buch.

Mit zahlreichen DFG-Sonderforschungsbereichen zählt die Charité zur Spitze der wissenschaftlich-medizinischen Einrichtungen in Deutschland. Heute stammt ein Drittel aller Patente Berlins aus der Charité. Im Bereich der universitären Lehre werden derzeit elf unterschiedliche Studiengänge angeboten, so etwa Humanmedizin, Zahnmedizin und Pflegewissenschaften, aber auch Fächer wie BioInformatik, Medizinische Physik und International Health. Die Charité ist in den Krankenhausplan der Stadt Berlin eingebunden, nimmt aber auch überregionale Versorgungsaufgaben wahr. Jährlich werden in der Charité rund 250.000 Menschen behandelt. Sie ist heute das älteste Krankenhaus Berlins. Jährlich werden etwa 125.000 Patienten stationär und 900.000 Patienten ambulant behandelt (2003). Der Leitspruch der Einrichtung lautet „Forschen, Lehren, Heilen, Helfen“. Im Jahr 2003 machte die Charité Verluste von 53 Mio. Euro.

Die „CharitéCentren“

Ein neues Unternehmenskonzept sieht vor, die über Berlin verteilten 130 Kliniken und Institute in 17 „CharitéCentren“ (CC) zu gliedern. 13 CharitéCentren sollen den Schwerpunkt auf der Krankenversorgung und vier CharitéCentren den Schwerpunkt auf Forschung und Lehre haben. Die CharitéCentren sind größtenteils standortübergreifend organisiert. Damit soll die Integration der Standorte gefördert werden. Außerdem sollen alle CharitéCentren eine eigenständige Leitung mit Ergebnisverantwortung erhalten.

  • CC 01: Human- und Gesundheitswissenschaften (ZHGB)
  • CC 02: Grundlagenmedizin (1. Studienabschnitt)
  • CC 03: Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
  • CC 04: Therapieforschung
  • CC 05: Diagnostische und präventive Labormedizin
  • CC 06: Diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin
  • CC 07: Anästhesiologie, OP-Management und Intensivmedizin
  • CC 08: Chirurgische Medizin
  • CC 09: Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
  • CC 10: Magen-, Darm-, Nieren- und Stoffwechselmedizin
  • CC 11: Herz-, Kreislauf- und Gefäßmedizin
  • CC 12: Innere Medizin und Dermatologie (incl.: Infektiologie)
  • CC 13: Innere Medizin mit Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie
  • CC 14: Tumormedizin
  • CC 15: Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie
  • CC 16: Audiologie/Phoniatrie, Augen- und HNO-Heilkunde
  • CC 17: Frauen-, Kinder- und Jugendmedizin mit Perinatalzentrum und Humangenetik

Geleitet wird die Charité durch den Vorstand. Er hat seinen Sitz am Campus Mitte und setzt sich aus dem Vorstandsvorsitzenden, dem Dekan der Fakultät und dem Direktor des Klinikums zusammen. Dieses Leitungsgremium wird durch den Aufsichtsrat kontrolliert, ihm gehören neben den in der Berliner Landesregierung zuständigen Senatoren für Finanzen, Wissenschaft und Forschung weitere Vertreter aus Wissenschaft, Gesellschaft und der Wirtschaft sowie drei gewählte Vertreter der Mitarbeiter an.

Derzeitiger Vorstandsvorsitzender ist der Neurologe Karl Max Einhäupl, der bis dahin Ärztlicher Leiter des CharitéCentrums für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie sowie ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftsrates war. Er löste am 2. September 2008 Detlev Ganten ab. Amtierende Dekanin ist Annette Grüters-Kieslich, Direktor des Klinikums ist Matthias Scheller.

Die Bereiche Material- und Versorgungswirtschaft sowie Bau und Technik der Charité, das so genannte Facility Management, wurden zum 1. Januar 2006 in eine eigens im Oktober 2005 gegründete Gesellschaft, die Charité CFM Facility Management GmbH (kurz: CFM), ausgegliedert. In die CFM gingen neben großen Teilen der Charité-Verwaltung die ehemaligen Charité-Tochtergesellschaften KRS und Medilog auf, die die Charité in der Ära des Verwaltungsdirektors Bernhard Motzkus gemeinsam mit Zehnacker gegründet hatte. Gesellschafter der CFM sind die Charité (51 %) und die VDH Health Care Services GbR (49 %), hinter der sich die Unternehmen Vamed Deutschland, Dussmann und Hellmann Worldwide Logistics verbergen. Die CFM erbringt für die Charité einen Großteil der nichtmedizinischen und nichtpflegerischen Leistungen wie z. B. Catering, Reinigung und Logistik. Sie hat rund 2200 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben erzielte die CFM im Jahr 2007 einen Umsatz von rund 125 Mio. Euro und einen Gewinn von 449.000 Euro.

Mit der Vergabe des mehrere hundert Millionen Euro schweren Auftrages im Facility Management an die VDH Health Care Services und mit der Gründung der Charité CFM Facility Management GmbH beschäftigt sich inzwischen die Europäische Kommission, die nach Medienberichten prüft, ob Europarecht verletzt worden ist. Weiterhin geriet die CFM Facility Management bereits mehrfach wegen Niedrigstlöhnen sowie unzureichender Arbeitsbedingungen in die Kritik.

Sonderisolierstation

Die Sonderisolierstation der Charité dient zur Absonderung und Behandlung von Patienten mit hochansteckenden Infektionserkrankungen wie viralem hämorrhagischem Fieber oder Pocken. Sie ist seit 1978 die größte und nach dem Umbau im Jahr 2007 wieder die modernste Einrichtung dieser Art in Deutschland. In ihr können bis zu 20 hochansteckende Patienten separiert und intensivmedizinisch behandelt werden.

Die Isolierstation zog 1906 vom Standort in Mitte in neue großzügige Räumlichkeiten mit sieben Pavillons auf dem Gelände des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin-Wedding, direkt neben dem Neubau des Robert-Koch-Instituts. 1972 wurden bei der Behandlung des letzten Pockenpatienten in Berlin die Unzulänglichkeiten der alten Isolierstation offenbar und ein Neubau beschlossen. 1978 wurde die neue Sonderisolierstation eröffnet und im Verlauf um zwei Zeltisolatoren erweitert.

Die Sonderisolierstation liegt als freistehender Pavillon mit zwei oberirdischen und 2 unterirdischen Etagen in einem parkähnlichen Gelände des Virchow Klinikums. Sie ist als Doppelstation um einen zentralen Eingangstrakt mit Labor für medizinische Chemie und Mikrobiologie, Operationssaal und Sektionsbereich aufgebaut.

Im Quarantänefall (Infektionen mit Marburg-Virus, Ebolavirus, Pocken) wird das Gelände weiträumig abgesperrt, die Versorgung erfolgt über spezielle zentrale Schleusenbereiche. Eine Stationshälfte dient der Patientenversorgung, die andere zur Unterbringung des ärztlichen und pflegerischen Personals, das im Schichtdienst arbeitet. Alle Zimmer können von außen mit speziellen Transportisolatoren angefahren werden, in allen Zimmern herrscht ein leichter Unterdruck, Abfall und Abwässer werden getrennt autoklaviert. Bis zu zwei hochansteckende Patienten können in Bettisolatoren behandelt werden. Bei einem größeren Patientenanfall liegen die Patienten in den isolierten Patientenzimmern und das ärztliche und pflegerische Personal trägt spezielle Schutzkleidung mit Respiratoren.

Mitgliedschaften

  • Studentische Darlehnskasse e.V.

Siehe auch

  • Berliner Medizinhistorisches Museum
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin
  • Liste der höchsten Gebäude in Deutschland

Literatur

  • Johanna Bleker, Volker Hess (Hrsg.): Die Charité – Geschichte(n) eines Krankenhauses. Berlin, 2010. ISBN 978-3-05-004525-2
  • Heinz David: „es soll das Haus die Charité heißen…“ Kontinuitäten, Brüche und Abbrüche sowie Neuanfänge in der 300-jährigen Geschichte der Medizinischen Fakultät (Charité) der Berliner Universität. 2 Bände, akademos-Verlag, 2004. ISBN 3-934410-56-1
  • Ernst Peter Fischer: Die Charité: Ein Krankenhaus in Berlin – 1710 bis heute, Siedler Verlag, 2009. 288 S. ISBN 3886808807
  • Gerhard Jaeckel: „Die Charité – Die Geschichte eines Weltzentrums der Medizin von 1710 bis zu Gegenwart“, Ullstein, 1999. ISBN 3-548-33235-8
  • Roman Pletter: Die Pfadfinder. Das Management der Berliner Charité geht neue Wege. Um Geld zu sparen und dem Patienten zu nützen. In: brand eins 6/2006, S. 82 f. (PDF-Datei; 0,3 MB). Abgerufen am 13. April 2009.
  • Sabine Schleiermacher, Udo Schagen (Hrsg.): Die Charité im Nationalsozialismus: Die Indienstnahme medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus. Paderborn, 2008. 272 S. ISBN 3506764764
  • Sandra Krämer: 300 Jahre Berliner Charité: Die Pest, die Weiße Frau und eine weitgreifende Kabinettsorder. Dtsch. Ärztebl. 2010; 107(8): A-331 (Volltext)

Weblinks

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desc none</imagemap> In: Die Gartenlaube, , Heft 23 – online verfügbar bei
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Mayu
25. March 2014
So mean and not polite to non German speaker..called to make appo. And they connected me to over 20ppl for 30min and no solution.they didn't know what's "neck" in English...
S X
24. September 2012
Try not to have an accident on a weekend, you have to wait for ever before someone even looks at you! Take your iPad!
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