Ruine in Lontal

Burg Kaltenburg

2.3/10

Die Ruine der Burg Kaltenburg liegt im Lonetal zwischen den Orten Hürben und Burgberg im Landkreis Heidenheim in Baden-Württemberg. Von der hochmittelalterlichen Wehranlage haben sich noch größere Mauerreste erhalten.

Lage

Die Ruine liegt etwa 60 m über dem Zusammenfluss der Hürbe und Lone auf dem Taleck.

Etwa 500 m nördlich der Kaltenburg liegt der Eingang zur Charlottenhöhle, einer der längsten Schauhöhlen der Schwäbischen Alb.

Geschichte

Der Name der Burg soll auf den angeblichen Burggründer Heinrich von Kalden (Pappenheim) hinweisen, der unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Amt des Reichshofmarschalls bekleidete. Die Veste dürfte zwischen 1150 und 1180 entstanden sein.

Unter den Staufern war die Herrschaft reichsunmittelbar und wohl mit Dienstmannen besetzt. 1240 erscheint ein Dietmar, 1265 ein Otto von Kaltenburg in den Urkunden. 1332 ist die Burg im Besitz der Grafen von Helfenstein. Als gräflicher Vogt amtierte damals Heinz Vetzer auf der Veste.

Ab 1357 saßen die Herren von Riedheim auf der Kaltenburg. Die Riedheimer hatten die Burg zeitweise als Lehen des Herzogtums Bayern inne oder waren zu Vögten der Reichsstadt Ulm bestellt. Ab dem 15. Jahrhundert besaßen auch andere Adelsfamilien Anteile an der Burg, etwa die Familien von Grafeneck und Stadion.

1435 wurde die Kaltenburg durch die Truppen der Reichsstadt Nürnberg belagert und beschädigt. Eine erneute Zerstörung erfolgte 1632/34 im Dreißigjährigen Krieg. Der Wiederaufbau erfolgte erst 1677 durch die Riedheimer.

1764 stürzte der Südwestbau ein. Die Trümmer wurden für den Neubau des Gutshofes in Reuendorf abtransportiert.

Nachdem die Anlage bereits 1800 als verfallen bezeichnet wurde, brach man 1804 die Burgkapelle ab. 1806 erfolgte jedoch eine teilweise Instandsetzung, 1820 bewohnten fünf Familien die Burg. In diesem Jahr übernahmen die Grafen von Maldeghem den Besitz. Noch 1837 werden 30 Bewohner erwähnt. 1897 scheint nur noch das Torhaus intakt und bewohnt gewesen zu sein.

1938 und 1940 begannen erste Sicherungsarbeiten an den Ruinen, die 1980 bis 1983 fortgesetzt wurden. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden auch die beiden Vierecktürme an der Talseite saniert und ausgebaut.

Anlage

Der Ausbau der Veste erfolgte in vier Abschnitten, die sich noch gut unterscheiden lassen. Die Burg des 12. Jahrhunderts bestand eigentlich nur aus einem Turmhaus auf dem Burgfelsen. Im 13./14 Jahrhundert wurde die Anlage auf die heutige Größe erweitert und 1450 bis 1560 nochmals ausgebaut. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg (1632–34) kam es ab 1677 zum Wiederaufbau, der dem Bestand die beiden erhaltenen Vierecktürme hinzufügte.

Das unregelmäßige Fünfeck der Außen- bzw. Zwingermauer war durch zwei viereckige und drei – möglicherweise ehemals vier – runde, vorspringende Türme bewehrt. Die Angriffsseite schützte ein winkelförmiger, ca. 5 m tiefer und 10 bis 16 m breiter Halsgraben. Das Tor lag im Süden nahe dem Steilabfall.

Im Nordwesten liegt hinter der Zwingermauer noch ein Abschnitt des Halsgrabens der stauferzeitlichen Burganlage, über dem der Felsen der Kernburg aufragt. Auf dem Plateau ist als Rest der ersten Burg noch ein 4 m hohes und etwa 16 m langes Stück der Schildmauer erhalten. Von den sonstigen Gebäuden der ersten und zweiten Burg künden nur noch einzelne Quader im Umfeld des bis zu 13 m hoch aufragenden, nahezu quadratischen Felsstockes. Die ungefähr 3,4 m dicke Schildmauer war offensichtlich die Ostwand eines rechteckigen Turmhauses der ersten Burg (Mauerreste). Der Palas des Nachfolgebaues erhob sich wahrscheinlich westlich davon am tiefer liegenden Felsrand.

Von der Ringmauer der Burg des 13./14. Jahrhunderts ist nur die Südseite mit dem Torbau teilweise erhalten. Am Südwesteck erhebt sich die Schildmauer des Turmhauses der zweiten Burg über den Graben. Das Bauwerk ist knapp 10 m lang und noch 7 bis 8 m hoch, die Mauerstärke beträgt ca. 2,2 m. Die Reste eines gewölbten Ganges in 5 m Höhe und sechs Öffnungen auf der Feldseite deuten auf ein vorgehängtes hölzernes Kampfhaus oder eine Hurdengalerie hin. Darunter erhob sich später der Erweiterungsbau der Herren von Riedheim (Umfassungsmauern teilweise erhalten).

Die Zwingeranlagen mit den Stümpfen der Rundtürme sind auf der Bergseite stark restauriert und ergänzt, dürften aber in ihrer heutigen Form dem 15./16. Jahrhundert angehören. Die Talseite mit den beiden hohen Vierecktürmen entstand um 1677. Diese – von Pyramidendächern bekrönten – verputzten Turmbauten gelten als die Wahrzeichen der Burg und prägen die Ansicht aus dem Tal.

Siehe auch

  • Liste der Burgen und Schlösser in Baden-Württemberg

Literatur

  • Hans Andreas Klaiber, Reinhard Wortmann: Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Oberamts Ulm. Deutscher Kunstverlag, München 1978, ISBN 3-422-00553-6.
  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb. Band 6 · Ostalb. Wandern und entdecken zwischen Ulm, Aalen und Donauwörth. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach an der Riß 1995, ISBN 3-924489-74-2
Kategorien:
Einen Kommentar posten
Tipps & Hinweise
Anordnen nach:
Es gibt noch keine Tipps Tipps für Burg Kaltenburg noch. Vielleicht werden Sie der erste, der nützliche Informationen für Mitreisende verfassen? :)
Lage
Karte
Anschrift

0.1 km von K3021, 89168 Niederstotzingen, Deutschland

Route berechnen
Referenzen

Ruine Kaltenburg on Foursquare

Burg Kaltenburg on Facebook

Hotels in der Nähe

Alle Hotels Alles sehen
Lobinger Hotel Weisses Ross

ab $92

Schlosshotel Park Consul

ab $182

Vienna House Easy Günzburg

ab $114

Ringhotel Zum Kreuz

ab $116

EuroHotel Günzburg

ab $99

Taste Hotel Heidenheim

ab $0

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Alles sehen Alles sehen
Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Burg Güssenburg
Deutschland

Die Burg Güssenburg (auch Güssenberg) ist eine Ruine über He

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Schloss Oberstotzingen
Deutschland

Schloss Oberstotzingen ist eine touristische Attraktion in

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Schloss Hellenstein
Deutschland

Das Schloss Hellenstein ist eine über der Stadt Heidenheim an der

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Schloss Ballmertshofen
Deutschland

Schloss Ballmertshofen steht auf einer flachen Hangterrasse in

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Schloss Duttenstein
Deutschland

Das Schloss Duttenstein ist ein ehemaliges Jagdschloss im Stil der

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Ulmer Münster
Deutschland

Das Ulmer Münster ist die im gotischen Stil errichtete Hauptkirche

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Schloss Taxis (Trugenhofen)
Deutschland

Schloss Taxis, auch Schloss Trugenhofen genannt, steht in Dischingen

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Bundesfestung Ulm
Deutschland

Ähnliche Sehenswürdigkeiten

Alles sehen Alles sehen
Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Dunnottar Castle
Vereinigtes Königreich

Dunnottar Castle ist eine Burgruine in Aberdeenshire, Schottland.

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Heidelberger Schloss
Deutschland

Das Heidelberger Schloss ist eine der berühmtesten Ruinen

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Burgruine Dürnstein (Niederösterreich)
Österreich

Die Burgruine Dürnstein ist eine Burgruine in der Wachau oberhalb des

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Raglan Castle
Vereinigtes Königreich

Raglan Castle (walisisch Castell Rhaglan) ist eine Burgruine in

Zur Wunschliste hinzufügen
Ich war hier
Besuchte
Dunluce Castle
Vereinigtes Königreich

Bei Dunluce Castle handelt es sich um eine der größten Ruinen einer m

Alle ähnlichen Orten