Ruine in Neustadt

Burg Hohnstein (Harz)

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5.9/10

Die Burg Hohnstein ist eine Burgruine bei Neustadt in der Nähe von Nordhausen in Thüringen.

Lage

Die Ruine befindet sich auf einem heute bewaldeten, felsigen Bergsporn, etwa 1 km nordöstlich der Ortslage von Neustadt, einer Gemeinde am Südrand des Harzes.

Geschichte

Die Burg Hohnstein entstand in der Zeit des staufisch-welfischen Thronstreits, ihre Gründung wird Konrad von Sangerhausen zugeschrieben, einem Verwandten des legendären thüringischen Grafen Ludwig der Springer. Als Grafen von Hohnstein (zeitgenössisch: Honstein) übernahmen die Erben Konrads, zu denen auch die Grafen von Ilefeld durch Einheirat hinzugekommen waren, die Vorherrschaft im Südharz-Gebiet. Die neubegründete Dynastie der Honstein-Ilfelder Grafen führte den Leitnamen Elger und sie wählten die Burg Honstein als ihren Stammsitz; die bescheidene Ilburg im nahen Ilfeld wurde zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich bereits aufgegeben. Die erste Erwähnung der Burg Honstein findet 1202 statt. Ähnlich erfolgreich wie die Thüringer Landgrafen bauten die Honsteiner rasch ein beträchtliches Territorium auf, wozu sie auch Gebiete um Arnstadt und Gotha im Thüringer Becken hinzugewannen. Nach der ersten Blüte des Geschlechts im 13. Jahrhundert trat durch die 1315 erfolgte Erbteilung in mehrere Linien ein Bedeutungsverlust ein. Auch militärisch war die Burg Hohnstein bald veraltet, 1380 wurde sie erstmals erobert und nochmals 1412 in einem Familienstreit, der zum sogenannten Fleglerkrieg ausartete, in dessen Folge die Hohnsteiner Grafen ihre Stammburg verloren. Während des Bauernkrieges galt Hohnstein noch als sichere Festung und wurde deshalb vom Abt des Kloster Ilfeld aufgesucht, um sich und den Klosterschatz zu retten. Während die Hohnsteiner Grafen auf Burg Lohra das Ende ihrer Herrschaft besiegelten (sie starben 1593 aus), gelangte die Burg Hohnstein durch Kauf in den Besitz der Grafen zu Stolberg, welche die Anlage militärisch und baulich mit großem Aufwand modernisierten (Artillerieturm) und zu einem repräsentativen Renaissanceschloss ausbauten. In dieser Zeit wurde sie eine der größten Burgen im Harz. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg Hohnstein durch Brand zerstört: 1627 vom kaiserlichen Oberst du Vuer in Beschlag genommen, stürmte eine kursächsische Truppe unter Oberstleutnant Vitzthum von Eckstedt die Anlage und vertrieb die Kaiserlichen. Da von Vitztum wusste, dass er die Burg auf Dauer nicht halten konnte, setzte er die Grafen von Stolberg unter Druck, um Geld für die Übergabe des Schlosses zu erpressen. Die Stollberger konnten (oder wollten) dieses Ultimatum nicht erfüllen, deshalb ließ Vitztum die von seinen Leuten bereits weitgehend ausgeplünderte Burg am Weihnachtsabend 1627 in Brand stecken. Überliefert ist, dass Vitztum jeden Versuch, die Brände zu löschen durch bereitstehende Wachposten zu vereiteln wusste. Nur wenige brauchbare Überbleibsel konnten so nach Abzug der Vitztumschen Truppe aus der Brandruine geborgen werden, wozu die Glocke der Burgkapelle und der Altar der Schlosskapelle gehören. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte verfiel die Burgruine immer mehr. Unterhalb der Ruine wurde 1908 ein Gasthaus erbaut. Nach 1990 wurde mit Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten an der Burgruine begonnen. Seit Ostern 2001 ist die Burg wieder bewirtschaftet.

Anlage

Die Ruine der Burg Hohnstein kann ungeführt besichtigt werden. Sie ist in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Literatur

  • Karl Meyer: Die Burg Hohnstein: nach urkundlichen Quellen (= Geschichte der Burgen und Schlösser des Harzes, II), Leipzig 1897
  • Uwe Mosebach: Wo einst die Grafen von Honstein lebten. Über die Geschichte der Grafschaft und der Burgruine Hohnstein (bei Nordhausen). Clausthal-Zellerfeld 1993.
  • Uwe Mosebach: Hohnstein. Zur Geschichte der Burgruine und der Grafschaft (bei Neustadt am Südharz). Erfurt/Nordhausen 2008, ISBN 978-3-939357-05-6, S. 104.
  • Kurt Wenke, Johann Erhard; Gemeindeverwaltung Neustadt/Südharz (Hrsg.): Die Burgruine Hohnstein. Nordhausen 1979, S. 20.
  • Werner Mägdefrau, Rainer Lämmerhirt, Dana Lämmerhirt; Heimat- und Verkehrsverein Mihla (Hrsg.): Thüringer Burgen und Wehranlagen im Mittelalter. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-43-0, S. 11, 112.
  • Horst Klempt: Einiges zur Burg Hohnstein. In: Meyenburg-Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. 18, Nordhausen 1993, S. 106-120.

Weblinks

Siehe auch

  • Liste der Burgen und Schlösser in Thüringen
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Burgstraße 36, Südharz, 99762 Neustadt/Harz, Deutschland

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