Archäologischer Fundplatz in Stribach

Aguntum

2.1/10

Aguntum war eine römische Siedlung, die unter Kaiser Claudius zur autonomen Stadt, zum „Municipium Claudium Aguntum“, erhoben wurde. Die Ruinen von Aguntum liegen in Osttirol (Österreich) etwa 4 km östlich von Lienz in der Gemeinde Dölsach.

Geschichte

Die Stiefsöhne Kaiser Augustus’ eroberten 15 v. Chr. die Alpenländer. Diese Gebiete wurden daraufhin in die römische Provinz Noricum eingegliedert.

Die Siedlung erreichte ihre Blütezeit im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr, so dass sie unter Kaiser Claudius gleichzeitig mit Iuvavum, Teurnia und Celeia zum Municipium erhoben wurde. Dies bedeutete, dass die Stadt eine selbständige Verwaltung mit eigenen Gesetzen erhielt.

Teil des Stadtgebiets war der Bereich des heutigen Osttirols, als auch das Pustertal mitsamt seinen Nebentälern. Der Einflussbereich von Aguntum erstreckte sich bis zum Felbertauern im Norden, zum Kärntner Tor im Osten, (vermutlich) Mühlbach im Pustertal im Westen und zu den Übergängen ins Gailtal, zum Kreuzbergsattel und (vermutlich) ins Enneberg im Süden.

Die Stadt lebte vom Handel. Zu den wichtigsten Gütern zählten dabei Metalle, Holz, Vieh, Harz und Käse.

In der Spätantike wurde die Stadt jedoch mehrmals (unter anderem von Slawen und Bajuwaren) zerstört. Im 5. Jahrhundert wurde Aguntum auch Sitz des Bischofs von Lavant.

Ausgrabungen

Noch im 16. Jahrhundert waren Ruinen der Stadt sichtbar, deshalb kam damals die Sage von der Zwergenstadt auf. Der Grund dafür war, dass von den Gebäuden nur noch die niedrigen Gewölbe und Gänge des Zwischenbodens der Hypokaust-Heizung erhalten waren. So war man davon überzeugt, dass die Räume nur von Zwergen bewohnt worden sein konnten.

Erste Ausgrabungen fanden im 18. Jahrhundert statt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden von der Universität Wien und dem Österreichischen Archäologischen Institut in Wien Ausgrabungen durchgeführt. Im Jahr 1991 wurde ein Vertrag zwischen dem Land Tirol und dem Institut für Klassische und Provinzialrömische Archäologie der Universität Innsbruck geschlossen, wodurch das Institut nun die Verantwortung für die Grabungen trägt. Heute kann man die Ruinen der Stadtmauer, eines Atriumhauses, einer Therme und des Handwerksviertels besichtigen.

Bei Grabungen im Jahre 2006 wurden die Mauern eines kreisrunden Gebäudes freigelegt, das ursprünglich für ein Theater gehalten worden war. Solche Rundbauten waren zwar in den afrikanischen und orientalischen Provinzen des römischen Reiches häufig, werden jedoch im europäischen Teil selten gefunden. Der Zweck des Gebäudes ist derzeit noch unklar, es könnte sich um einen Kultbau oder einen Versammlungsort handeln. Am wahrscheinlichsten ist aber die Funktion als Macellum, einer kleinen Markthalle, in der Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Austern verkauft worden sein könnten. Lebende Austern wurden damals mit Eis gekühlt, isoliert mit Stroh, und von Wagen bis nach Köln und Mainz sowie in andere Provinzstädte gebracht.

Museum

Wegen der Gefahr von Überschwemmungen und Vermurungen durch den nahe gelegenen Wildbach wurde ab 1999 ein Schutzbau direkt neben dem „Atriumhaus“ geplant und errichtet, der in der Folgezeit zum Museum ausgebaut wurde. Seit Juni 2005 ist das neu gebaute Museum Aguntum welches den ersten Bau ersetzte, zugänglich. Das neue Museum befindet sich auf der anderen Seite der Bundesstraße auf Straßenniveau. Der erste Bau wurde direkt in Höhe des Ausgrabungsbereichs errichtet.

Weblinks

Museum Aguntum

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Stribach 95, 9991, Österreich

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